Die PDS steht vor Machtkampf um die Führung der Partei
Die PDS steht vor einem Machtkampf um die politische Richtung und die Führung der Partei. Ungeachtet des laufenden Wahlkampfs, hat hinter den Kulissen das Gerangel für die Neuwahl der Parteispitze auf dem Bundesparteitag in Gera am 12./13. Oktober eingesetzt. Sollte die PDS bei der Bundestagswahl den Einzug in den Bundestag verfehlen, will der mächtige Bundesgeschäftsführer und Wahlkampfchef Dietmar Bartsch zurücktreten.
Anhänger seines realpolitischen Kurses wollen dann auch die blasse Parteichefin Gabi Zimmer zum Rückzug zwingen, die sich in Gera für weitere zwei Jahre im Amt bestätigen lassen möchte. Angesichts schlechter Umfragewerte hat die Suche nach Sündenböcken auch in den PDS-Landesverbänden begonnen. So fordert Sachsens PDS-Che.n Cornelia Ernst einen "radikalen Neuaufbau der Partei und eine "offene Debatte über die zukünftige Zusammensetzung des Parteivorstandes. Die Festlegung auf gleich vier Spitzenkandidaten Zimmer, Bartsch sowie Partei-Vize Petra Pau und Roland Claus, PDS-Fraktionsvorsitzender im Bundestag sei "falsch gewesen, so Ernst.
Auch Sachsen-Anhalts Fraktionschefin Petra Sitte drängt auf eine "Klärung des Kurses der PDS. Sie unterstützt dabei offen die Linie von Bartsch, der für ein Unterstützungsangebot der PDS an SPD-Chef Gerhard Schröder geworben und sich dabei gegen Zimmer durchgesetzt hatte. Die PDS-Landeschefs von Berlin und Brandenburg, Stefan Liebich und Ralf Christoffers, werden intern ebenfalls den Bartsch-Anhängern zugerechnet. Für Unruhe in der Partei sorgt zudem der Brief, den PDS-Polit-Star Gregor Gysi zusammen mit dem PDS-Europaabgeordneten André Brie an Ex-SPD-Chef Oskar Lafontaine geschrieben hat. Sowohl Fraktionschef Claus wie Partei-Vize Pau werfen den "Vorruheständlern (Pau) Gysi und Brie vor, ihr Vorstoß für einen Dialog mit dem linken Flügel der SPD sei nicht mit der Parteispitze abgesprochen gewesen. Lafontaine ließ Gysi inzwischen wissen, er werde vor dem 22. September auf den Brief nicht antworten.