Früherer V-Mann des BKA soll Mord an polnischem Ex-Minister in Auftrag gegeben haben - DER SPIEGEL
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Früherer V-Mann des BKA soll Mord an polnischem Ex-Minister in Auftrag gegeben haben

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Eine neue V-Mann-Affäre belastet das Bundeskriminalamt (BKA) in Wiesbaden. Jeremiasz Baranski, ehemaliger Top-V-Mann der Behörde, soll den Auftrag zum Mord am ehemaligen polnischen Sportminister Jacek Debski im April 2001 gegeben haben. Der in Österreich lebende gebürtige Pole arbeitete mindestens von 1995 bis 1997 für das BKA. Er sitzt als mutmaßlicher Pate der Polenmafia derzeit in Österreich in Untersuchungshaft.

Baranski verfolgte nach Überzeugung der Staatsanwaltschaft Wien schon seit Jahren seinen Aufstieg zu einem der mächtigsten polnischen Mafia-Paten. Dabei habe er den Behörden vor allem Konkurrenten ans Messer geliefert, die ihm selbst im Weg waren.

Zwar soll das BKA im November 1997 das V-Mann-Verhältnis beendet haben. Am 17. Juni 1999 aber trafen sich BKA-Beamte dennoch ein weiteres Mal mit dem ebenfalls von österreichischen Ermittlern geführten Baranski, um sich von ihm Tipps über einen Drogendealer geben zu lassen. Zu diesem Zeitpunkt hielten polnische Behörden Baranski schon für den Drahtzieher eines Massakers mit fünf Toten Ende März 1999 im Warschauer Restaurant Gama.

Baranski bestreitet alle Vorwürfe. Er behauptet, nicht nur bis 1999, sondern noch bis ins Jahr 2001 in zahlreichen Fällen Informationen ans deutsche BKA geliefert zu haben. Das BKA gibt zu dem Fall keine offizielle Stellungnahme ab.