Aussage über Afghanistan-Aufenthalt desTerrorverdächtigen Mzoudi durch Pakistan-Visum verifiziert
Der Verdacht, dass der am vergangenen Donnerstag in Hamburg festgenommene Marokkaner Abdelghani Mzoudi im Sommer 2000 in einem afghanischen Qaida- Camp war, stützt sich nicht nur wie bislang bekannt auf eine Zeugenaussage. Die Angaben über Mzoudis mutmaßlichen Aufenthalt hat die Bundesanwaltschaft auch durch ergänzende Ermittlungen verifiziert. So beantragte Mzoudi im April 2000 ein Visum für Pakistan, im November 2000, nach seiner vermuteten Rückkehr, beantragte er in Deutschland einen neuen Reisepass. Nach demselben Muster hatten auch die Attentäter vom 11. September gehandelt, die verdächtige Einreisestempel loswerden wollten. An der Zeugenaussage über Mzoudis Afghanistan- Aufenthalt hatten zunächst Zweifel bestanden, weil der in Deutschland inhaftierte Zeuge Shadi A. der Bundesanwaltschaft zwar viel Wahres berichtete, Teile seiner Aussage aber schwer zu glauben waren. Der Verdacht gegen Mzoudi, dem Unterstützung einer terroristischen Vereinigung vorgeworfen wird, stützt sich zudem auf eine Videoaufnahme von der Hochzeitsfeier des weltweit gesuchten Said Bahaji, auf der Mzoudi gemeinsam mit dem späteren Todespiloten Marwan al-Shehhi radikale Gedichte und Dschihad-Lieder vorträgt. Die Vermutung, Mzoudi habe den ebenfalls gesuchten Zakariya Essabar für eine geplante Flugausbildung finanziell unterstützt, beruht auf ein paar kleinen festgestellten Transaktionen, etwa über 1000 Mark am 28. Dezember 2000. Mzoudi hatte sich am 15. September 2001 nachdem sein Zimmer tags zuvor in seiner Abwesenheit durchsucht worden war selbst bei der Polizei gemeldet und sein Bedauern über die Anschläge in den USA ausgedrückt. Bei der damaligen Hausdurchsuchung fand sich ein dreistündiges Video des Hetz-Predigers Abu Katada, in dem er Muslime dazu aufruft, "die Herrschaft der Ungläubigen zu beseitigen, ihre Kinder zu töten, ihre Frauen zu erbeuten und ihre Häuser zu zerstören.