Die US-Armee wird beim Ausbau des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr von Umweltauflagen befreit - DER SPIEGEL
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Die US-Armee wird beim Ausbau des Truppenübungsplatzes Grafenwöhr von Umweltauflagen befreit

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Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) will den US-amerikanischen Streitkräften beim Ausbau des oberpfälzischen Truppenübungsplatzes Grafenwöhr entgegenkommen. So hat Struck intern bereits entschieden, der US-Armee eine Umweltverträglichkeitsprüfung, die bei einem zivilen Bauvorhaben dieser Größe vorgeschrieben wäre, aus "zwingenden Gründen der Landesverteidigung“ zu erlassen. Damit sei, beklagt der Bürgermeister der unmittelbar benachbarten Stadt Auerbach, Helmut Ott (SPD), die Öffentlichkeit aus dem Verfahren faktisch ausgeschlossen. Die Amerikaner möchten auf dem Gelände 80 Hektar Wald roden und 1600 Wohnungen für Angehörige einer schnell verlegbaren "mechanisierten Brigade“ für den weltweiten Einsatz bauen. Bereits jetzt sind inzwischen stillgelegte Trinkwasserkammern in der Nähe des Übungsplatzes mit Sprengstoffrückständen wie Hexogen und Oktogen in erheblichen Mengen belastet. Die US-Armee selbst hat Hexogenwerte zwischen 128 und 137 Mikrogramm pro Liter gemessen. Da der Truppenübungsplatz im größten Moor-Heide-Gebiet im südlichen Mitteleuropa liegt, hat die Bundesregierung das 19270 Hektar große Areal der EU-Kommission als "Fauna-Flora-Habitat“ (FFH) gemeldet. Allein das Abholzen des Waldes, meint Bürgermeister Ott, sei mit den FFH-Richtlinien, die strengen Naturschutz vorsehen, kaum in Einklang zu bringen. Notfalls wolle die Stadt Auerbach vor dem Europäischen Gerichtshof gegen den Ausbau klagen.