Piloten lehnen Abschussorder gegen entführte Flugzeuge ab - DER SPIEGEL
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Piloten lehnen Abschussorder gegen entführte Flugzeuge ab

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Überlegungen der Bundesregierung, von Selbstmordattentätern entführte Passagiermaschinen notfalls abzuschießen, sehen deutsche Flugkapitäne mit größter Skepsis. "Bei drohendem Abschuss würden wir uns genau überlegen, ob und wem wir Terrorakte noch melden“, sagt ein Kenner der Gespräche einer Arbeitsgruppe unter Führung des Verteidigungsministeriums, die im vergangenen Herbst gebildet wurde (SPIEGEL 52/2002). Daran nehmen neben hohen Offizieren und Ministerialbeamten auch Pilotenvertreter und Luftfahrtmanager teil. Linienpiloten fordern von der Kommission die Ausarbeitung von Befehlssträngen, die Missverständnisse ausschließen und grenzüberschreitend wirksam sind. Denn im engen europäischen Luftraum könnten rasch mehrere Staaten beteiligt sein, wenn es gelte, einen gut 800 Stundenkilometer schnellen Passagierjet abzufangen. Es sei zudem wichtig, dass Crews in Krisenmomenten keine Manöver aufgezwungen würden, die das Leben an Bord gefährdeten – etwa, weil Piloten einen angewiesenen Ausweich flughafen für ungeeignet halten oder Terroristen bei Kursänderungen mit tödlichen Konsequenzen drohen.