Sozialdemokrat Clement spendete der FDP
NRW-Ministerpräsident Peer Steinbrück (SPD) fand vor wenigen Tagen in seiner Post einen merkwürdigen Dankesbrief von der politischen Konkurrenz: Überschwänglich bedankte sich FDP-Schatzmeister Günter Rexrodt bei dem Sozialdemokraten dafür, dass dieser im vorigen Jahr den FDP-Bürgerfonds, einer Spendensammelstelle, bedacht habe: "Wenn auch das Ergebnis bei der Bundestagswahl hinter den Erwartungen zurückblieb, so konnten wir doch einen Zugewinn erreichen dies gerade auch durch Ihre persönliche Hilfe." Gleichzeitig fordert Rexrodt den Sozialdemokraten zum weiteren "Mitmachen" auf: "Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie unser gemeinsames Ziel für einen Politikwechsel in Deutschland aktiv unterstützen." Aber Steinbrück hat nicht einen Cent an die Liberalen überwiesen, FDP-Mitglied will er schon gar nicht werden. Trotzdem sei das Ganze kein Missverständnis, versichert FDP-Sprecher Martin Kothé: Steinbrück habe den Brief in seiner Funktion als Ministerpräsident von NRW bekommen. Denn sein Vorgänger, der jetzige Bundeswirtschaftsminister Wolfgang Clement, habe exakt 100 Euro gespendet anlässlich des 75. Geburtstags von Hans-Dietrich Genscher; hierzu gebe es einen Beleg aus dem Mai 2002. Das Büro von Clement bestätigte die Überweisung.