Bundeswehr soll bei Suche nach Sahara-Geiseln helfen / Einsatz von Tornados und Spähdrohnen geplant - DER SPIEGEL
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Bundeswehr soll bei Suche nach Sahara-Geiseln helfen / Einsatz von Tornados und Spähdrohnen geplant

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Bei der Suche nach den verschleppten Sahara-Touristen möchte Bundesaußenminister Joschka Fischer (Grüne) nun Spezialisten der Bundeswehr einsetzen. Auf Anfrage seines Ressorts prüfen die Militärs, ob Tornado-Aufklärungsjets, Marine-Fernaufklärer und unbemannte Spähdrohnen des Heeres den algerischen Sicherheitskräften beim Aufspüren der vermissten Europäer helfen können. Nach einem Feuergefecht zwischen algerischer Armee und Terroristen waren Mitte Mai 17 deutsche Touristen befreit worden, die Suche nach 15 weiteren seit Februar entführten Geiseln, darunter zehn Deutsche, blieb indes erfolglos - obwohl die algerische Regierung jüngst verbreitete, den Aufenthaltsort der Verschleppten zu kennen. Die Tornado-Jets und Marine-Aufklärer könnten in Südspanien stationiert werden. Um mit ihren Wärmebildkameras bis in die Sahara und zurück zu gelangen, müssten die Tornados allerdings in der Luft aufgetankt werden. Die Aufklärungsdrohnen sind bereits auf dem Balkan und in Afghanistan zum Einsatz gekommen: Die von einem Düsenmotor angetriebene Drohne CL289 fliegt etwa 400 Kilometer weit auf einem programmierten Kurs. Die wesentlich kleinere Luna, ein Motorsegler mit Videokamera, hatte die Uno vor dem Irak-Krieg auch für ihre Waffeninspektoren angefordert. Noch in der Erprobung ist ein zusammenfaltbares Mini-Fluggerät namens Aladin. Es wird aus der Hand gestartet und kann in einem Radius von fünf Kilometern etwa eine halbe Stunde lang als "fliegendes Fernglas" Bilder zur Bodenstation senden. Um diese drei Systeme zu betreiben, müsste die Regierung weit mehr als 100 Bundeswehrsoldaten in die Wüste schicken. Ein Erkundungskommando soll in den nächsten Tagen nach Algier aufbrechen.