Euro-Panzerprojekt vor dem Aus - DER SPIEGEL
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Euro-Panzerprojekt vor dem Aus

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Das Milliardenprojekt eines neuen Radpanzers (Gepanzertes Transport-Kraftfahrzeug, kurz: GTK) für die Armeen Deutschlands, Großbritanniens und der Niederlande steht offenbar vor dem Aus. Die Londoner Regierung hat Bundesverteidigungsminister Peter Struck jetzt offiziell den Ausstieg angekündigt. Der Irak-Krieg habe gelehrt, dass die britische Armee ein kleineres und leichteres Fahrzeug als das fast acht Meter lange, drei Meter breite und 32 Tonnen schwere GTK benötige, so die Begründung. Die drei Länder hatten nach der Absage Frankreichs vereinbart, den Panzer bis 2004 gemeinsam zu entwickeln. Dem Herstellerkonsortium unter Leitung der deutschen Konzerne Krauss-Maffei Wegmann und Rheinmetall wurde im Jahr 2001 eine "Option" zum Kauf von zunächst je 200 Exemplaren erteilt. Insgesamt waren mehr als 3500 GTK zum Stückpreis von rund 1,5 Millionen Euro geplant. Sie sollten in der Bundeswehr uralte Panzerfahrzeuge der Typen M113 und "Fuchs" ersetzen. Großbritannien lehnt nun zwar den Kauf des mittlerweile "Boxer" getauften Panzers ab, will aber vertragsgemäß die Entwicklung bis zum Ende mitfinanzieren. SPD-Wehrexperten im Bundestag raten nun dazu, das GTK-Projekt abzubrechen. Für Bundeswehreinsätze fern der Heimat seien leichte Vehikel - wie die in Afghanistan erprobten Vierradfahrzeuge der Typen "Dingo" und "Mungo" - ohnehin besser geeignet.