EU-Außenpolitiker Solana sucht Schröders Unterstützung für verlängerte Amtszeit - Konkurrenz für Fischers Brüsseler Ambitionen?
Weil Bundeskanzler Gerhard Schröder seinem Vize Joschka Fischer vermutlich die Kandidatur für das geplante Amt eines EU-Außenministers zunächst verbaut hat, nimmt ein Brüsseler Konkurrent jetzt seine Chance wahr. Javier Solana, der Hohe Vertreter für die Außen- und Sicherheitspolitik der Europäischen Union, will von Schröder Klarheit. Über einen Emissär ließ er ihm vergangenen Mittwoch mitteilen: Sollte Fischer aus rechtlichen oder politischen Gründen im Jahr 2004 nicht Außenkommissar und designierter europäischer Außenminister werden können, möge Schröder doch eine Verlängerung der Amtszeit des derzeitigen Außenpolitikers der EU - also Solana selber - erwägen. Der Kanzler hatte sich zuvor für eine weitere Amtszeit von EU-Kommissar Günter Verheugen ausgesprochen - ein weiterer Deutscher in der Kommission wäre dann nicht durchsetzbar. Der Spanier möchte seinen Job gern noch einige Zeit weitermachen. Er wolle, so ein hoher EU-Beamter, die Rolle von Johannes dem Täufer spielen, der die "Ankunft Jesu", des echten Außenministers der EU, vorbereite. Solana bat um baldigen Bescheid, ob der Kanzler seine erneute Kandidatur unterstützen wolle. Der Vertrag des Spaniers läuft im nächsten Jahr aus. Der Sozialdemokrat - Ex-Außenminister in Madrid und Ex-Generalsekretär der Nato - möchte auf jeden Fall auf einem internationalen Posten bleiben.