Weizsäcker fordert Vierer-Allianz zwischen Frankreich, England, Polen und Deutschland
Der ehemalige Bundespräsident Richard von Weizsäcker hat zur Stärkung der europäischen Außenpolitik ein Bündnis der vier Staaten Frankreich, England, Polen und Deutschland vorgeschlagen. Zusammen mit Warschau könnten London, Paris und Berlin "einen 'club of four' bilden", sagte Weizsäcker in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. Den Irak-Krieg bezeichnete er als "eine harte, notwendige und am Ende fruchtbare Lehrstunde". Amerika könne zwar jeden Krieg allein führen, "aber ohne uns weder Ordnung und Entwicklung erreichen noch Frieden schaffen". Zwar hätten die USA "gewichtige Gründe" für den Krieg genannt, aber auch solche, die sich "teils widersprachen und teils einfach unwahr waren". "Eine Macht, die legitim sein will, muss dem Recht gehorchen", forderte Weizsäcker. Er kritisierte US-Verteidigungsminister Donald Rumsfeld, der den USA ein Rezept angeboten habe, "wie man Europa teilen und beherrschen kann". Dagegen lobte Weizsäcker die Politik des grünen Außenministers Joschka Fischer. "Fischer gründet seine Zukunftspolitik auf eine intensive Beschäftigung mit der Vergangenheit", sagte der Alt-Bundespräsident. "Das ist gesund und für Europas Vereinigung notwendig."