Verteidigungsminister Struck will weitere Bundeswehrstandorte schließen
Einen neuen Anlauf zur Reform der Bundeswehr hat Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) eingeleitet. Er will die Kabinettsbeschlüsse über die Pläne seines Vorgängers Rudolf Scharping vom Juni 2000 aufheben lassen. Die Armee soll sich nun doch mehr an den - damals verworfenen - Vorschlägen der Reformkommission unter Führung des Alt-Bundespräsidenten Richard von Weizsäcker ausrichten. Sie wollte die Truppenstärke von derzeit gut 280000 auf 240000 Soldaten verringern und die Hälfte der seinerzeit gut 600 Militär-Standorte schließen. Ganz so weit geht Struck jetzt nicht. Er ordnete jedoch an, die Auflösung unwirtschaftlicher Garnisonen zu prüfen, in denen weniger als 800 bis 1000 Soldaten stationiert sind: So ließe sich etwa ein Fünftel der noch vorhandenen rund 530 Standorte einsparen. Eine Festlegung für die Truppenstärke - die Rede ist von 250000 bis 265000 Soldaten - traf der Minister noch nicht. Auch bei der Wehrpflicht soll es bleiben. Bei den Planungen für den weiteren Umbau der Armee wollen sich die Militärs jedoch darauf einrichten, einen möglichst "schmerzarmen" Ausstieg zu ermöglichen: Mit dem Übergang zur Freiwilligentruppe könne, wenn politisch gewünscht, bald nach dem 50. Jahrestag der Einführung der Wehrpflicht begonnen werden. Das Jubiläum steht im Juli 2006 an, kurz vor der Bundestagswahl.