Sympathie-Werte Schröder stürzt ab, Stoiber prescht vor
Bundeskanzler Gerhard Schröder stürzt auf der Sympathieskala ab. Laut einer Erhebung des Instituts NFO Infratest im Auftrag des SPIEGEL wünschen nur noch 46 Prozent der Befragten, dass Schröder künftig "eine wichtige Rolle" in der deutschen Politik spielen soll. Das ist der niedrigste Wert seit seinem Amtsantritt vor fünf Jahren, zehn Prozentpunkte weniger als bei der letzten Umfrage dieser Art vor drei Monaten.
Einen erheblichen Imagegewinn verzeichnet der bayerische Ministerpräsident Edmund Stoiber. Der CSU-Vorsitzende gewinnt auf der Sympathieskala elf Prozentpunkte und liegt nun an zweiter Stelle hinter Außenminister Joschka Fischer. 53 Prozent der repräsentativ befragten Bundesbürger äußerten sich überdies zufrieden mit Stoibers Politik (nicht zufrieden: 40 Prozent). Der Unions-Kanzlerkandidat des vergangenen Jahres liegt damit deutlich vor der CDU-Vorsitzenden Angela Merkel (41 Prozent zufrieden, 55 Prozent nicht zufrieden) und Kanzler Schröder (30 Prozent zufrieden, 68 Prozent nicht zufrieden). Die Anerkennung für Stoiber kommt in erheblichem Umfang auch von Anhängern der Sozialdemokratie: 33 Prozent der SPD-Wähler sagten, sie seien mit der Arbeit des CSU-Chefs zufrieden, 5 Prozent von ihnen sogar "sehr".
Würde am kommenden Sonntag gewählt, kämen CDU und CSU den Umfrageergebnissen zufolge auf 50 Prozent, die SPD auf 26 Prozent, die Grünen auf 11 Prozent und die FDP auf 5 Prozent.