Maas tritt an Lafontaine-Comeback im Saarland vereitelt
Hamburg - Führende Sozialdemokraten in Berlin sind sicher, dass der Chef der saarländischen SPD, Heiko Maas, 37, als Spitzenkandidat bei der Landtagswahl im September 2004 antritt. Das hat sich nach mehreren Gesprächen mit Maas, die unter anderem Generalsekretär Olaf Scholz und SPD-Fraktionschef Franz Müntefering geführt haben, herausgestellt.
Die Spitzengenossen in der Hauptstadt sind erleichtert, dass dadurch eine Kandidatur von Oskar Lafontaine, 60, abgewendet werden kann. Aus taktischen Gründen wird der Entschluss öffentlich noch nicht bestätigt.
Maas selbst hält sich zurzeit bedeckt ("Es ist noch keine Entscheidung gefallen"), um den prominenten Gegenspieler in den nächsten Wochen von einer Rolle als Wahlhelfer zu überzeugen. Denn im Saarland ist der "Bild"-Kolumnist ("Mein Herz schlägt links") und einstige Kanzler-Rivale nach wie vor unter Genossen beliebt. Ohne "den Oskar", heißt es im Maas-Umfeld, seien die Wahlaussichten deutlich schlechter. In der aktuellen Umfrage von Infratest dimap liegt die im Land regierende CDUrund 20 Prozentpunkte vor den Sozialdemokraten.
Lafontaine würde die Kandidaten-Frage gern noch bis März offen halten. Sollte bis dahin das Meinungsklima für die SPD günstiger sein, so das Kalkül des erfahrenen Taktikers, hätte er bessere Chancen auf Spitzenplatz und Wahlsieg. Maas lehnte ein weiteres Hinauszögern ab: Wer als sozialdemokratische Nummer eins ins Rennen geht, soll vor dem Landesparteitag am 8. November auch öffentlich geklärt sein.