Nordrhein-Westfalens klamme SPD kappt Weihnachts- und Urlaubsgeld - DER SPIEGEL
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Nordrhein-Westfalens klamme SPD kappt Weihnachts- und Urlaubsgeld

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Der größte Landesverband der SPD steckt in einer schweren Finanzkrise: Derzeit fehlen fünf Millionen Euro in der Kasse der NRW-Genossen. Hinzu kommen langfristige Kredite bei der Bundespartei von gut 3,5 Millionen Euro. Gleichzeitig brechen die Einnahmen weg, allein in diesem Jahr verließen über 10 000 Mitglieder die Partei. Die Folge: Etwa 30 der rund 200 Stellen des Landesverbands werden gestrichen; Mitarbeiter sollen auf Urlaubsgeld und die Hälfte ihres Weihnachtsgelds verzichten. Proteste gibt es in Ortsvereinen und Unterbezirken, die für Wahlkämpfe dicke Sparbücher angelegt haben und jetzt einen Teil an die Landeskasse abgeben sollen. Parteichef Harald Schartau fordert: "Alle müssen mitmachen, wir haben keine Alternative."

Hauptursache für die Misere ist die Bildungseinrichtung Stenden bei Duisburg. Über 7,5 Millionen Euro verlor der einst reiche SPD-Bezirk Niederrhein durch den Betrieb des defizitären Gästehauses mit 100 Betten, Grillhütte und Restaurant. Der Landesverband musste 3,5 Millionen Euro Schulden übernehmen und die Einrichtung privatisieren. Bundesschatzmeisterin Inge Wettig-Danielmeier wirft den Düsseldorfern vor, sie hätten "die schwierige Lage lange einfach nicht zur Kenntnis nehmen wollen".