Starke Belastung für Familien durch Herzog-Modell
Die von CDU-Chefin Angela Merkel vertretene Kopfpauschale in der Krankenversicherung träfe Durchschnittsbürger deutlich härter als bislang bekannt. "Auch nach Anrechnung eines steuerlichen Zuschusses wird deutlich, dass das Prämienmodell zu einer Belastung der Familien aller Einkommensgruppen führen würde", heißt es in einem internen Papier der CDU/CSU-Bundestagsfraktion - und weiter: "Aber auch Alleinstehende mit niedrigem Einkommen hätten nach Anrechnung eines Zuschusses eine deutliche Belastung im Vergleich zu heute." Bei ihren Berechnungen stützen sich die Autoren der Analyse ("Auswirkungen der Vorschläge der Herzog-Kommission zur gesetzlichen Krankenversicherung") auf Annahmen des CDU-Sozialexperten Andreas Storm. Das Mitglied der von Merkel eingesetzten Herzog-Kommission hatte vorgeschlagen, die Belastung der Bürger durch die Kopfprämie auf höchstens 15 Prozent des Einkommens zu begrenzen. Was dann noch an jener Prämie von 264 Euro fehlt, die der ehemalige Bundespräsident Roman Herzog vorschlägt, solle der Staat in Form eines Solidarausgleichs aus Steuermitteln zuschießen. Dennoch würde sich der Beitrag für Haushalte mit 1000 Euro Monatseinkommen mehr als verdoppeln. Statt 72 Euro wären künftig 150 Euro im Monat fällig - zuzüglich eines staatlichen Zuschusses von bis zu 364 Euro. Familien mit einem Berufstätigen und 2000 Euro Monatsbrutto würden der Berechnung zufolge statt derzeit 144 Euro künftig 300 Euro zahlen. Auch bei 3000 Euro Einkommen würden sich Familien verschlechtern - von derzeit 216 Euro Beitragslast auf 406 Euro. "Die einzigen Gewinner des Prämienmodells", heißt es weiter in dem Papier, "wären Alleinstehende mit hohem Einkommen." So würde ein Single mit 3000 Euro Bruttogehalt im Vergleich zu heute um monatlich 94 Euro entlastet. Doch auch bei Yuppies käme keine ungetrübte Freude auf. Weitere Belastungen, so das Fazit, würden sich daraus ergeben, dass für alle Bürger die Steuern erhöht werden müssten, um den Solidarausgleich zu finanzieren.