Zweifel an Trittins Aussagen zu Brasilien-Flug
In der Flugaffäre um die Brasilien-Reise der grünen Minister Renate Künast (Agrar) und Jürgen Trittin (Umwelt) prüft der Bundesrechnungshof, ob Trittin die Unwahrheit gesagt hat. Der Ressortchef und eine Sprecherin hatten im Haushaltsausschuss sowie bei einer Regierungspressekonferenz behauptet, der Südamerika-Trip im Oktober habe "von Anfang an auf der Nutzung von Linienflügen" basiert. Nur parallel dazu sei erwogen worden, die Flugbereitschaft der Bundeswehr "in Anspruch zu nehmen". Zweifel an dieser Version begründet nicht nur das wenige Tage vor Abflug verbreitete Reiseprogramm, in dem kein einziger Linienflug in Brasilien aufgelistet wird. Zudem wurde der Reiseteilnehmerin und FDP-Bundestagsabgeordneten Angelika Brunkhorst bereits am 8. Oktober von Trittins Büro mitgeteilt, dass eine Challenger-Maschine zum Einsatz käme. Auch die CSU-Abgeordnete Doris Meyer erhielt noch am 20. Oktober die Bestätigung, dass ihre Mitreise in dem Luftwaffen-Jet möglich sei. Erst kurz vor Reiseantritt bestellte Trittin denJet am 23. Oktober um 13.13 Uhr ab - die Challenger befand sich da bereits in der Luft auf dem Weg nach Brasilien. Zuvor hatte das Verteidigungsministerium die grünen Minister über SPIEGEL-Recherchen zu den teuren Reiseplänen informiert.