Bundespräsident Rau begnadigt den früheren RAF-Terroristen Rolf Clemens Wagner
Nach 24 Jahren im Gefängnis soll der frühere RAF-Terrorist Rolf Clemens Wagner begnadigt werden. Ein entsprechendes Verfahren haben sowohl Bundespräsident Johannes Rau als auch der nordrhein-westfälische Ministerpräsident Peer Steinbrück in Gang gesetzt. Als Termin für Wagners Entlassung ist Anfang Dezember vorgesehen, möglicherweise kommt er auch erst kurz vor Weihnachten frei. Der heute 59-Jährige war unter anderem wegen seiner Beteiligung an der Entführung und Ermordung des Arbeitgeberpräsidenten Hanns Martin Schleyer zu lebenslanger Haft verurteilt worden. Die Bundesanwaltschaft verdächtigte Wagner lange, Schleyer am 18. Oktober 1977 in einem Waldstück an der belgisch-französischen Grenze mit drei Schüssen getötet zu haben. Frühere RAF-Mitglieder wie Peter-Jürgen Boock bestritten diese Version der Karlsruher Behörde. Wagner hatte im Herbst 2001 Bundespräsident Rau in einem persönlichen Schreiben, das Insider als "nachdenklich und inhaltsreich" beschrieben, um seine Begnadigung gebeten. Wagner sitzt länger als jeder andere Ex-RAF-Terrorist in Haft.