40 000 Soldaten für den Irak gesucht
Verteidigungsminister Peter Struck (SPD) und Außenamtschef Joschka Fischer (Grüne) rangeln um den spektakulärsten Auftritt bei der Münchner Sicherheitskonferenz am kommenden Wochenende. Struck wollte am Samstagvormittag mit dem US-Kollegen Donald Rumsfeld über die Nato diskutieren; der Außenminister sollte erst sonntags auftreten. Nun aber hat sich Fischer auf den medienträchtigeren Samstag-Termin gedrängelt - unter dem Vorwand, er habe am Sonntag "private Verpplichtungen". Fischer will die Bühne für eine Grundsatzrede zum transatlantischen Verhältnis nutzen. Der Wehrminister könnte Fischer aber dennoch die Schau stehlen: Unmittelbar vor Konferenzbeginn beraten die Nato-Verteidigungsminister ein brisantes Thema, den Einsatz der Allianz im Irak. Gesucht werden 40 000 Soldaten, um Truppen aus Italien, Polen, Spanien und den USA zu ersetzen. Struck, Fischer und Kanzler Gerhard Schröder wären sogar bereit, Bundeswehroffiziere als Teil eines Nato-Stabes in den Irak zu entsenden. Die Zustimmung der Grünen stellte Fischer intern in Aussicht, die Sozialdemokraten indes winkten ab: Ihre Bundestagsfraktion werde nicht zulassen, dass "auch nur ein deutscher Soldat irakischen Boden betritt".