Union lehnt FDP-Fraktionschef Gerhardt als Kandidat für das Bundespräsidentenamt ab - DER SPIEGEL
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Union lehnt FDP-Fraktionschef Gerhardt als Kandidat für das Bundespräsidentenamt ab

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Wolfgang Gerhardt, der Fraktionsvorsitzende der FDP im Bundestag, ist der Union nicht als Kandidat für die Nachfolge von Bundespräsident Johannes Rau genehm. Das hat CSU-Chef Edmund Stoiber dem FDP-Vorsitzenden Guido Westerwelle am vergangenen Donnerstag in der Münchner Staatskanzlei signalisiert. Stoiber hatte diese Linie zuvor mit CDU-Chefin Angela Merkel in einem Telefonat abgesprochen. Es sei in der Union nicht zu vermitteln, warum die Christdemokraten zu Gunsten Gerhardts auf einen eigenen Kandidaten verzichten sollten. Auch einer weiteren potenziellen Kandidatin der Liberalen, der früheren Ausländerbeauftragten Cornelia Schmalz-Jacobsen, werden selbst in der eigenen Partei keine Chancen mehr eingeräumt. Merkel und Stoiber wollen bei einem Gespräch mit Westerwelle nach der Hamburger Landtagswahl den früheren CDU-Vorsitzenden Wolfgang Schäuble als gemeinsamen Kandidaten vorschlagen. In der Unionsspitze geht man allerdings davon aus, dass Schäuble in der FDP keine Zustimmung finden wird und ein Ersatzkandidat gefunden werden muss. Sorgen macht der Union auch eine Infratest-dimap-Umfrage, die in Hamburg ein Patt zwischen CDU und Rot-Grün prognostiziert. Sollte die Union nicht wieder den Ersten Bürgermeister stellen und die FDP den Einzug in die Bürgerschaft verpassen, so die Befürchtung, werde sich der Druck auf Westerwelle und Merkel erhöhen, auf jeden Fall einen eigenen Kandidaten durchzusetzen.