Moskau-Connection Uni Heidelberg mischte bei Hagens' Leichenhandel mit
Um wie viele Körper es sich handelt und ob sie legalen Ursprungs sind, konnte bisher nicht geklärt werden. Nach ersten Ermittlungen der Abteilung Innenrevision, die von der Hochschule mit der Prüfung der Geschäfte des damaligen "Plastinationslabors" beauftragt wurde, ist der Eingang der Leichen seinerzeit schlichtweg nicht registriert worden.
Hagens' früherer Vorgesetzter, der Heidelberger Anatomie-Professor Wilhelm Kriz, bestätigt Körpertransporte aus Russland. Ihm sei, so Kriz zum SPIEGEL, "erinnerlich", dass russische Kollegen formalinfixierte Leichen damals an das von Hagens geleitete Plastinationslabor geschickt hätten.
Die Universität räumte gegenüber dem SPIEGEL ein, dass bis Mitte der neunziger Jahre in erheblichem Umfang mit plastinierten Leichenteilen gehandelt wurde. Nach Angaben von Kriz seien insgesamt "zwei bis drei Millionen Mark" aus dem Verkauf von menschlichen Präparaten an andere Medizininstitute auf ein "Drittmittelkonto" der Heidelberger Universität geflossen. Die Innenrevision stieß allein im Jahr 1991 auf zwei Zahlungseingänge über insgesamt 768.350 Mark, die aus Kuweit und Saudi-Arabien geleistet worden waren.
Nach einer Dienstvereinbarung standen Hagens 15 Prozent der Einkünfte aus dem Plastinatitionsgeschäft als "Provision" zu, zusätzlich zu seinem Gehalt als Universitätsangestellter.