Siemens-Chef Pierer tritt im Weltsicherheitsrat auf
Zu einem ungewöhnlichen Auftritt reist Siemens-Chef Heinrich von Pierer am 15. April nach New York. Im Weltsicherheitsrat will der Vorstandsvorsitzende des Münchner Konzerns auf Einladung des deutschen Uno-Botschafters Gunter Pleuger "aus der Sicht eines Global Players" über die Rolle von Unternehmen bei der Verhütung bewaffneter Konflikte und dem Wiederaufbau nach Kriegen sprechen. Turnusgemäß hat die Bundesrepublik im April die Präsidentschaft des Sicherheitsrats inne. Nach Pierers Auffassung können Firmen wie die von ihm vertretene "wesentliche Beiträge zur Stabilisierung und Befriedung"in Konfliktregionen leisten. Sie müssten "nicht nur in Schönwetterphasen, sondern auch über schwierige Zeiten hinweg" nach dem "Grundsatz:We are here to stay" handeln. Die Annahme, dass Unternehmen beim Wiederaufbau kriegszerstörter Länder wie Irak oder Afghanistan vornehmlich eine Menge Profit machen könnten, will der deutsche Chefmanager zumindest für die erste Phase nicht gelten lassen:"Von Goldgräberstimmung kann keiner ernsthaft reden." Siemens ist im Nordirak am Aufbau des Mobilfunknetzes beteiligt; in Afghanistan eröffnete der Konzern im vergangenen Jahr als erste ausländische Firma eine Repräsentanz.