Behandlungsprogramme für Zuckerkranke kosten Milliarden - DER SPIEGEL
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Behandlungsprogramme für Zuckerkranke kosten Milliarden

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Die von Bundesgesundheitsministerin Ulla Schmidt (SPD) forcierten Behandlungsprogramme für bis zu drei Millionen Diabetes-Patienten werden deutlich teurer als erwartet. Laut einem dem SPIEGEL vorliegenden und als "vertraulich" gekennzeichneten Papier der Gesundheitsministerien der Bundesländer werden "die Mehrkosten mit durchschnittlich 1455 Euro pro Jahr und Teilnehmer veranschlagt". Schmidt hingegen hatte bislang stets angekündigt, die Behandlung werde mit Hilfe der so genannten Disease Management Programme (DMP) "nicht nur besser, sondern auch billiger". Hauptgrund für den drohenden Ausgabenanstieg sind offenbar die Versuche einiger Krankenkassen, sich mit Hilfe der Behandlungsprogramme zusätzliche Einnahmen zu verschaffen. Für jeden dort eingeschriebenen Diabetes-Patienten bekommen sie über den Solidarausgleich der Gesetzlichen Krankenversicherung eine Gutschrift von etwa 5000 Euro im Jahr, weshalb sie ihre DMP aggressiv bewerben. Wie der SPIEGEL berichtet, hat zum Beispiel die AOK Mecklenburg- Vorpommern einen entsprechenden Brief an die Ärzte verschickt. Darin heißt es: "Helfen Sie mit, dass durch die DMP nicht nur die Finanzmittel im Land bleiben, sondern möglichst auch ein hoher Mittelzufluss aus den anderen Bundesländern in unser Land erfolgt."