Union schont umstrittenen Bundeswehr-Historiker Wolffsohn - DER SPIEGEL
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Union schont umstrittenen Bundeswehr-Historiker Wolffsohn

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Die Affäre um den Bundeswehr-Professor Michael Wolffsohn wird in der nächsten Woche den Verteidigungsausschuss des Bundestags beschäftigen. Die CDU/CSU wünscht einen Bericht von Wehrminister Peter Struck (SPD), der den umstrittenen Wissenschaftler wegen der Äußerung, er halte Folter als ein "Mittel gegen Terroristen für legitim", nach Berlin einbestellt hat. Der CDU-Experte Karl Lamers verlangte am vorigen Freitag zwar eine "klare innere und äußere Distanzierung" Wolffsohns von der "unerträglichen und unakzeptablen" Aussage. Er lehnte es aber ab, Forderungen nach Rücktritt oder Entlassung des Historikers aufzugreifen, wie sie Parlamentarier von SPD, Grünen und FDP erhoben hatten. Die Union werde erst nach der Ausschusssitzung eine abschließende Bewertung vornehmen. Vollends bedeckt hielt sich das bayerische Wissenschaftsministerium, das gemäß den Verträgen mit dem Wehrressort die "Kulturhoheit" an der Münchner Bundeswehr-Universität ausübt. CSU-Minister Thomas Goppel ließ mitteilen, er sei nicht zuständig und die Affäre "allein Sache des Verteidigungsministers". Strucks Hausjuristen fanden zunächst keine dienst- oder strafrechtlichen Möglichkeiten, gegen Wolffsohn vorzugehen. Der könne sich auf das Recht zur freien Meinungsäußerung und die Freiheit der Wissenschaft berufen.