Fischer für stärkeres Engagement im Darfur-Konflikt
Außenminister Joschka Fischer will seine Reisen in den Sudan und nach Asien in der kommenden Woche nutzen, um im Darfur-Konflikt den internationalen Druck auf die Regierung des Sudans zu erhöhen. "Allein die Tatsache, dass die Scheinwerfer der Öffentlichkeit jetzt auf den Konflikt gerichtet sind, ist von erheblicher Bedeutung", sagte Fischer dem SPIEGEL. Die Regierung des Sudan müsse die "Vereinbarungen mit der Uno und den USA unverzüglich umsetzen". Sie müsse "die Dschandschawid-Milizen entwaffnen und zur Rechenschaft ziehen" sowie "den Hilfsorganisationen sofortigen Zugang zu den betroffenen Menschen" verschaffen. Fischer will am Sonntag zu einem zweitägigen Besuch in Khartum aufbrechen. Fischer plädiert dafür, den Druck der internationalen Gemeinschaft auf die Regierung des Sudans zu erhöhen. "Wir reden hier von einer sehr, sehr großen Herausforderung." Das müsse "in den Händen der Vereinten Nationen und vor allen Dingen auch der Afrikanischen Union bleiben", so Fischer im SPIEGEL. Bei einer anschließenden Reise nach Asien will Fischer deshalb für ein stärkeres Engagement der Vereinten Nationen in dem Konflikt werben. In China und Pakistan werde der Darfur-Konflikt "selbstverständlich Thema werden", sagte Fischer. Bisher sehen die Regierungen in Peking und Islamabad Einmischungen des Uno- Sicherheitsrats in die Angelegenheiten des Sudan skeptisch. "Der Sicherheitsrat ist dazu da, die dringenden Probleme der Staatengemeinschaft wirksam zu lösen", sagte Fischer dazu.