Spendenaffäre Pfahls verweigert Angaben über Fluchthelfer
Hamburg - Pfahls, den die Augsburger Staatsanwaltschaft wegen Bestechlichkeit und Steuerhinterziehung angeklagt hat und der im Juli 1999 untergetaucht war, hatte erst im Mai eine 3-Zimmer-Wohnung in der Pariser Rue Dupleix Nr. 17 bezogen, die auf den Namen eines französischen Consultants gemietet war. Ein junger Franzose hatte als Haushaltshilfe für den Gesuchten die Einkäufe erledigt.
Bei der Durchsuchung fanden die Ermittler 12.000 Euro und mehrere tausend US-Dollar sowie zwei alte Pässe auf seinen Namen, aber keine Hinweise auf mögliche Fluchthelfer und frühere Aufenthaltsorte. In seiner Vernehmung gab Pfahls an, schwer krank zu sein und über Jahre Psychopharmaka genommen zu haben. Seit seinem letzten Schlaganfall sei seine linke Gesichtshälfte taub und seine Sehfähigkeit reduziert. Deshalb wolle er zurück nach Deutschland.
Auf die Spur waren die Ermittler Pfahls durch die Auswertung von Telefonverbindungsdaten aus Pfahls' früherem beruflichem Umfeld gekommen. In einem Pariser Hotel in der Rue Dupleix identifizierten Angestellten Pfahls schließlich anhand von Fahndungsfotos. In dem Hotel hatte der einstige Daimler-Manager mehrere Zimmer besichtigt, die er offenbar für eine moldawische Freundin mieten wollte, die ihn seit dem 30. Juni besucht hatte.