Sarrazins Senatsfreunde machen in der Tempodrom-Affäre Druck auf die Staatsanwaltschaft
Die Berliner Staatsanwaltschaft, die gegen den Berliner Finanzsenator Thilo Sarrazin (SPD) wegen des Verdachts der Untreue ermittelt, gerät zunehmend unter politischen Druck. Die von Sarrazins Parteifreundin Karin Schubert geführte Justizverwaltung hat offensichtlich dessen Verteidigungslinie übernommen. In einem Brief an die Generalstaatsanwaltschaft schreibt die Justizbehörde, die Auffassung der Staatsanwaltschaft sei „nicht tragfähig begründet“ und „ersichtlich zu kurz gegriffen“. Die Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Sarrazin, weil er 2002 eine umstrittene Finanzspritze der landeseigenen Investitionsbank Berlin (IBB) für den Berliner Kulturtempel Tempodrom genehmigt hatte. Das Tempodrom hatte von der Bank Sponsoringmittel ohne echte Gegenleistung erhalten. Die Staatsanwälte werfen Sarrazin deshalb „Haushaltsuntreue“ vor. Druck auf die Ermittler kommt auch von Senatssprecher Michael Donnermeyer, allerdings „als Privatperson“. In einem Schreiben an die Justizverwaltung verdächtigt er die Staatsanwaltschaft, Informationen über die Ermittlungen weitergegeben zu haben.