Untreueverdacht Razzia bei Bahn-Chef Mehdorn
Zwei Staatsanwälte statteten vergangene Woche Hartmut Mehdorn, dem Vorstandsvorsitzenden der Deutschen Bahn AG, in seinem Büro am Potsdamer Platz in Berlin einen unangemeldeten Besuch ab. Die mit einem Durchsuchungsbeschluss ausgestatteten Ermittler wollten herausfinden, wer im Sommer 2001 eine Spende von 5000 Mark, die für Mehdorns Teilnahme an einem Sponsoring-Dinner zu Gunsten des Wahlkampfs des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD) anfiel, bezahlt hatte.
Da Mehdorn gerade unterwegs war, klärte ein kooperativer Mitarbeiter der Bahn-Rechtsabteilung die Ermittler auf, dass der Staatsbetrieb für diese Spende aufgekommen war, und händigte Dokumente zu der Transaktion aus. Einen Monat nach dem SPD-Dinner, bei dem Finanzminister Hans Eichel vor ausgewählten Berliner Unternehmern sprach, hatte Mehdorn auch der CDU eine Spende von 5000 Mark zukommen lassen. Die Berliner Staatsanwaltschaft hält es nicht für die Aufgabe der Bahn, Parteien zu alimentieren, und ermittelt deshalb gegen Mehdorn wegen Untreue.