Deutschland: Fischer zum Auftritt bei Montagsdemo bereit - DER SPIEGEL
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Deutschland Fischer zum Auftritt bei Montagsdemo bereit

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Außenminister Joschka Fischer hat sich bereit erklärt, als nächster prominenter Bundespolitiker nach Oskar Lafontaine bei einer der nächsten Montagsdemonstrationen in Leipzig aufzutreten. "Wenn ich von den Organisatoren eingeladen werde, bin ich am kommenden Montag in Leipzig", sagte der Grünen-Politiker dem SPIEGEL. "Joschka Fischer ist nie einem Konflikt ausgewichen. Das ist nicht meine Art." In Leipzig würde er die umstrittenen Hartz-Reformen am Arbeitsmarkt verteidigen:"Wir stehen entschieden zu den Reformen, wir wollten sie, haben sie verteidigt und verteidigen sie weiterhin."

Fischer wehrte sich zugleich gegen den Vorwurf führender Sozialdemokraten, er und die Grünen kämpften zu wenig für die Vermittlung der Reformen. "Diese Diskussion bewegt sich in den fortgeschrittenen Stufen des Gagaismus", sagte er in dem Interview. "Als mir 1999 im Kosovo-Streit die Farbbeutel um die Ohren geflogen sind, als wir eine Debatte führten, die beinahe zur Spaltung der Partei geführt hätte, ist niemand aufgetreten und hat nach der Kampfkraft der Sozialdemokraten gerufen. Jetzt erlebt die SPDeinen ähnlich dramatischen Streit um ihre soziale Ausrichtung wie wir damals in der Frage von Krieg und Frieden." In Anspielung auf die Angriffe auf Bundeskanzler Gerhard Schröder vergangene Woche in Wittenberge fragte er:"Soll ich mir jetzt ein paar Eierwerfer bestellen, damit es hinterher heißt, nun ist es pari?" Mit Blick auf die Bundestagswahl 2006 warnte der Grünen-Politiker vor den machtpolitischen Folgen der Gründung einer Linkspartei. "Linkspartei bedeutet rechte Mehrheit. Das müssen alle Beteiligten wissen." Der PDSwarf Fischer "üblen Sozialpopulismus"in den Hartz-Debatten vor: "Wer in einer solchen Lage die Leute aufhetzt, übernimmt eine schwere Verantwortung." Besonders scharf attackierte Fischer den ehemaligen SPD-Vorsitzenden Oskar Lafontaine und den PDS-Politiker Gregor Gysi. Beide hätten in der Regierung "die Hitze der Verantwortung nicht aushalten können" und seien deshalb "stiften gegangen".