Washington und Berlin streiten um Ausweitung des deutschen Afghanistan-Einsatzes - DER SPIEGEL
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Washington und Berlin streiten um Ausweitung des deutschen Afghanistan-Einsatzes

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Vor dem Europa-Besuch von George W. Bush gibt es zwischen Bundeskanzler Gerhard Schröder und dem US-Präsidenten neue Differenzen. Der Zankapfel diesmal: das militärische Vorgehen in Afghanistan. Die USA wollen wegen des Irak-Abenteuers möglichst viele ihrer 10.000 Soldaten aus Afghanistan abziehen. Deshalb möchten sie die bisher streng getrennten Operationen zur Terrorbekämpfung (Enduring Freedom) und zur Stabilisierung des Landes (Isaf) zusammenlegen und den Europäern zusätzlich riskante Aufgaben nahe der Grenze zu Pakistan übertragen. Das Kanzleramt lehnt das ab: "Beide Mandate müssen auseinander gehalten werden", sagt ein Berater Schröders. Die Bundesregierung fürchtet, die "Verschmelzung" der Einsätze könnte die Koalition im Bundestag in eine Krise stürzen, denn zahlreiche rot-grüne Abgeordnete lehnen einen Kampfeinsatz am Hindukusch, wie ihn die Amerikaner seit 2001 betreiben, für die Bundeswehr ab. Deutschland hat sich bislang weitgehend aus der riskanten Terroristenjagd in den afghanischen Bergen herausgehalten und sich auf Befriedungsmissionen in Kabul sowie den Provinzstädten Kunduz und Feizabad beschränkt. Bush will spätestens am 22. Februar in Brüssel beim Gipfel der Staats- und Regierungschefs der 26 Nato-Mitglieder eine Einigung in seinem Sinne erreichen; einen Tag später trifft er Schröder in Mainz. Außenminister Joschka Fischer und Verteidigungsminister Peter Struck suchen jetzt nach einer Kompromissformel, um sowohl ein neues Zerwürfnis mit den Amerikanern als auch Ärger mit den eigenen Bundestagsabgeordneten zu vermeiden. Eine Vorentscheidung könnte kommende Woche beim Nato-Verteidigungsminister-Treffen in Nizza fallen.