Bankchef Matthias Warnig soll als Stasi-Mann für Spionage gegen Dresdner Bank zuständig gewesen sein
Als hauptamtlicher Mitarbeiter der Hauptverwaltung Aufklärung (HVA) der Stasi soll der Russland-Chef der Dresdner Bank, Matthias Warnig, ausgerechnet für die Spionage gegen seinen jetzigen Arbeitgeber zuständig gewesen sein. In einer vom Bundesamt für Verfassungsschutz (BfV) 1991 erstellten Strukturanalyse des Ost-Berliner Auslandsgeheimdienstes ist Warnig als Stellvertretender Leiter des Referats 5 der Abteilung XV aufgeführt. Unter "Aufgaben/Hauptobjekte" listet das BfV-Papier "Wirtschaftsaufklärung im Rahmen der Gesamtprobleme der HVA" auf - sprich: Spionage. Und zwar gegen "Deutsche Bank AG, Dresdner Bank, Commerzbank". Die Dresdner Bank habe "den Bock zum Gärtner gemacht", spottet ein Geheimer. Warnigs Vergangenheit als Stasi-Mitarbeiter war in der vergangenen Woche vom "Wall Street Journal" ohne Beschreibung seiner Zuständigkeiten publik gemacht worden. Die US-Wirtschaftszeitung behauptet, dass die Investmenttochter der Bank, Dresdner Kleinwort Wasserstein, nur deshalb einen Auftrag vom russischen Ölkonzern Yukos bekommen habe, weil Ex-Stasi-Mann Warnig beste Kontakte zum Ex-KGB-Agenten Wladimir Putin habe. Warnig ist derzeit nur über die Firma zu erreichen, ein Sprecher von Dresdner Kleinwort Wasserstein lehnte auf SPIEGEL-Anfrage aber "jeden Kommentar" ab.