Nach diplomatischer Verstimmung sagen deutsche Außenpolitiker Iran-Reise ab
Die deutschen Bemühungen um Gespräche mit Iran über das umstrittene Nuklearprogramm haben einen Rückschlag erlitten. Volker Rühe (CDU), Vorsitzender des Auswärtigen Ausschusses, und sein Stellvertreter Hans-Ulrich Klose (SPD) verschoben vorige Woche eine Reise nach Teheran, weil die Gastgeber den Christdemokraten bedrängten, auf regimekritische Stellungnahmen zu verzichten. Botschafter Sajjid Schamseddin Chareghani teilte Rühe per Brief mit, dass dessen Interview im Handelsblatt Anfang Februar "nicht als freundlich empfunden" worden sei. Rühe hatte darin bekundet, "keine Sympathien für das Mullah-Regime" zu hegen, andererseits aber Verständnis für das Streben Teherans nach Sicherheit signalisiert. Die missliebigen Aussagen nannte Chareghani diplomatisch "redaktionelle Fehler", die Rühe tunlichst vermeiden möge, um seine Reise nicht mit negativen Schlagzeilen zu belasten. "Das waren keine redaktionellen Fehler - das war meine Meinung", kontert der Christdemokrat. Er lasse sich nicht unter Druck setzen.