Botschafter in Kiew könnte zu Belastungszeugen für Auswärtiges Amt werden
Die für kommenden Mittwoch geplante Aussage des deutschen Botschafters in Kiew, Dietmar Stüdemann, vor dem Visa-Untersuchungsausschuss könnte zu einer Belastung für die Spitze des Auswärtigen Amtes werden. Stüdemann hat schon Ende vergangenen Jahres in einem Drahtbericht an das Außenministerium klar gemacht, dass er nicht gewillt ist, die Verantwortung für den Visabetrug an der deutschen Vertretung in Kiew zu übernehmen, berichtet das Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL. "Es besteht keinerlei Anlass zu der Erwartung, dass eine genaue Erforschung der Sachlage - insbesondere wenn diese etwaige Zeugenbefragungen der im fraglichen Zeitraum in Kiew eingesetzten Beamten einschließt - zu einer Bestätigung der These 'Versagen einzelner Botschaftsmitarbeiter' führen wird", heißt es in dem von Stüdemann abgezeichneten Bericht vom 8. Dezember 2004. Wegen der Weisungen aus der Zentrale hätten Fehler nur dann vermieden werden können, wenn die Botschaft die Erteilung von Visa ganz eingestellt hätte, heißt es in dem dreiseitigen Schreiben.