Noch 2004 kam es zu umstrittenen Visavergaben - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Noch 2004 kam es zu umstrittenen Visavergaben

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bei einer Generalrevision der Visapraxis aller deutschen Auslandsvertretungen traten zu Beginn des Jahres 2004 immer noch deutliche Mängel zutage. Das Auswärtige Amt (AA) verpflichtete in einer "Frühjahrsaktion" rund ein Dutzend Vertretungen auf härtere Vergaberegeln - unter anderem die Botschaften in Baku (Aserbaidschan), Bogotá (Kolumbien) und Kairo (Ägypten). An drei Vertretungen in Indien schrieb Visareferatsleiter Matthias von Kummer, es könne nicht sein, dass in einem Migrationsland mit hoher Korruptionsgefahr 60 bis 70 Prozent der Visa über Reisebüros vergeben würden - und damit ohne persönliches Vorsprechen. Die Generalvertretung im russischen Nowosibirsk muss sogar vier sogenannte Visasammelstellen schließen. Ein Grund für die strikteren Regeln beschrieb das AA in einem Brief an die Vertretung im turkmenischen Aschgabat: "Die Visapraxis unserer Vertretungen in den ehemaligen GUS-Staaten steht derzeit im Zusammenhang mit den Ermittlungsverfahren im sogenannten KKK-Köln-Kiew-Komplex verstärkt im Blickpunkt des Interesses."