Merkel-Berater Pierer: Keine Notwendigkeit für neue Kernkraftwerke
Heinrich von Pierer, wirtschaftspolitischer Berater von Unionskanzlerkandidatin Angela Merkel, sieht keine Notwendigkeit für den Neubau von Kernkraftwerken in Deutschland. Er würde eine solche Neubau-Diskussion im Moment nicht beginnen, sagt Pierer in einem Interview mit dem Nachrichten-Magazin DER SPIEGEL, "wir brauchen derzeit keine neuen Kernkraftwerke". Man müsse vielmehr überlegen, unter welchen Bedingungen die Laufzeiten der bestehenden Kernkraftwerke verlängert werden könnten. Allerdings spielten in "einem ganzheitlichen Energiekonzept die regenerativen Energien eine wichtige Rolle" sagt Pierer. "Ich bin ein Freund der Solarenergie und halte Windenergie für zukunftsträchtig." Beim Thema "Innovation", glaubt der Siemens-Aufsichtsratsvorsitzende, sei "in den letzten zwei Jahren Bewegung in die Debatte gekommen". Bundeskanzler Gerhard Schröder habe das Thema erkannt, allerdings gehe es mit den Grünen als Partner in vielen Bereichen wie der Energiepolitik oder Gentechnik nicht vorwärts. "Die Grünen sind ein Hemmnis erster Güte", sagt Pierer. Den Wechsel in ein Ministeramt im Falle eines Wahlsiegs von Merkel schloss Pierer im SPIEGEL endgültig aus: "Ich werde nicht Minister, diese Entscheidung steht fest." Nach Jahrzehnten bei Siemens dränge es ihn nicht "nach einem Job mit Dienstwagen".