Kontroverse um Einsatz in Afghanistan - DER SPIEGEL
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Kontroverse um Einsatz in Afghanistan

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Beim Treffen der Nato-Verteidigungsminister, das diese Woche in Berlin stattfindet, droht eine Kontroverse um den Einsatz in Afghanistan. Um die eigene Armee zu entlasten, drängen die USA darauf, den Kampfeinsatz amerikanisch geführter Truppen gegen Taliban und Terroristen ("Operation Enduring Freedom") an die internationale Friedenstruppe Isaf zu binden. Etliche Länder, darunter Deutschland, Frankreich und die Türkei, lehnen dies ab. Sie fürchten, die Nato-geführte Friedenstruppe könnte, wie derzeit die US-Kampfeinheiten im Südosten, vermehrt zum Angriffsziel bewaffneter Gegner der Kabuler Regierung werden. Verteidigungspolitiker der Union unterstützen die riskanten US-Pläne, stehen damit aber nicht nur im Gegensatz zu Verteidigungsminister Peter Struck (SPD), sondern auch zu den konservativen Freunden in Frankreichs Regierung: Paris will den Forderungen Washingtons dadurch entgegenwirken, dass es seine Truppenpräsenz in Kabul 2006 massiv ausweitet. Für die Deutschen hätte der Aufmarsch der Franzosen einen willkommenen Nebeneffekt: Die Bundeswehr, die zusätzlich zu Aufbauteams in Kunduz und Faizabad bald einen Stützpunkt in Masar-i-Scharif errichten will, könnte ihr zurzeit fast 1500 Soldaten starkes Kontingent in Kabul deutlich verringern.