Zypries will "Leben erhalten" - DER SPIEGEL
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Zypries will "Leben erhalten"

Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Bundesjustizministerin Brigitte Zypries (SPD) hat sich gegen die von Hamburgs CDU-Justizsenator Roger Kusch vorgeschlagene Legalisierung der aktiven Sterbehilfe ausgesprochen. "Mit dieser Auffassung steht Herr Kusch ziemlich isoliert da", sagte Zypries im Interview mit dem SPIEGEL. "Abgesehen davon, dass eine solche Debatte in Deutschland historisch belastet ist, enspricht sie auch nicht den Bedürfnissen der Menschen", so die Ministerin. Die meisten hätten Angst vor großen Schmerzen, aber die müsse schon nach geltendem Recht niemand durchleiden. "Es gibt ja Schmerztherapien." Moralische Kategorien wolle sie nicht anlegen, sagte Zypries. "Aber wenn Herr Kusch von Alzheimerkranken redet, die dann getötet werden könnten, halte ich das für inakzeptabel. Es kann nicht sein, dass andere über den Tod eines Menschen entscheiden, der das selbst nicht mehr kann." Auch mit einer Patientenverfügung, über die in der kommenden Legislaturperiode erneut eine Debatte geführt werden müsse, könne man nicht um aktive Tötung bitten.