Bundeswehr-Einsatz Iran nimmt Nato-Flieger ins Visier
Berlin - Der Atomstreit mit Iran wirkt sich negativ auf die Sicherheit der Isaf-Friedenstruppen in Afghanistan aus. Mit der Ausdehnung des Einsatzgebiets nach Westen und Süden erhält die Nato-geführte Schutzmacht dort eine gut 900 Kilometer lange Grenze mit Iran. Um Zwischenfälle zu vermeiden, möchten Nato-Militärs offizielle Kontakte zu den iranischen Streitkräften aufnehmen. Dies wird aber von den USA blockiert, wie aus der Brüsseler Zentrale der Allianz verlautet. Auch Deutschland ist betroffen: Mit knapp 2600 Soldaten stellt es den größten Beitrag zu der derzeit 9000 Mann starken Isaf. Zudem wird die Bundeswehr künftig in Masar-i-Scharif Transportflugzeuge und Hubschrauber stationieren, die den Einheiten in der Grenzregion notfalls Unterstützung bringen sollen. Nachdem einige Flieger dort bereits vom Radar der iranischen Luftabwehr angestrahlt wurden, sorgen sich die Nato-Offiziere, dass Isaf-Maschinen beim Anflug auf grenznahe Flugplätze mit Raketen beschossen werden könnten. Da Deutschland demnächst den für Isaf-Luftoperationen zuständigen General stellen wird, ruhen die Hoffnungen europäischer Alliierter nun auf Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU): Die heikle Lage am Hindukusch steht auf der Tagesordnung des informellen Treffens der Nato-Wehrminister Ende dieser Woche im sizilianischen Taormina. Auch der russische Verteidigungsminister Sergej Iwanow wird dort erwartet. Er soll Auskunft geben über die Zuverlässigkeit Moskauer Energielieferungen und das Angebot, in Russland eine Anlage zur Uran-Anreicherung für Iran zu bauen.