BND: Geheimdienstler wollten "Bremer Taliban" in Guantanamo anwerben - DER SPIEGEL
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BND Geheimdienstler wollten "Bremer Taliban" in Guantanamo anwerben

Noch schmachtet der Mann in Guantanamo, doch deutsche Geheimdienstler machten sich schon mal Gedanken um seine Zukunft: Der "Bremer Taliban" sollte nach seiner Rückkehr nach Deutschland für die Geheimen als Spitzel arbeiten.
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Bei einem Besuch im Gefangenen-Lager Guantanamo haben deutsche Geheimdienstler versucht, den von den USA inhaftierten "Bremer Taliban" Murat Kurnaz als Spitzel anzuwerben. Das hat die Bundesregierung nach Informationen des SPIEGEL gegenüber dem Parlamentarischen Kontrollgremium eingeräumt.

Der Deutsch-Türke, der Ende 2001 in Pakistan festgenommen wurde und seitdem in Guantanamo sitzt, sollte nach einer Freilassung für die Nachrichtendienste Informationen aus der Islamisten-Szene beschaffen. Drei Beamte von Bundesnachrichtendienst (BND) und Verfassungsschutz sprachen den Häftling bei ihrer Guantanamo-Reise im September 2002 daraufhin an. Kurnaz, so die Bundesregierung, habe sich prinzipiell bereiterklärt, als Informant zu arbeiten.

Bei einer Besprechung im Kanzleramt entschieden die Präsidenten von BND und Verfassungsschutz dann jedoch, das Projekt nicht weiterzuverfolgen. Es gab Skrupel, Kurnaz gezielt in die Szene einzuschleusen, zumal eine solche Operation "erst nach einem längeren Zeitraum nach Rückkehr des Kurnaz Resulate liefern" könne. Derzeit verhandeln deutsche Diplomaten in Washington über die Bedingungen, unter denen Kurnaz nach Deutschland zurückkehren kann.