Achilles' Ferse: Problemzone Po - DER SPIEGEL
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Achilles' Ferse Problemzone Po

Wenn das Gesäß nicht mehr will: Schmerzen, die vom Hinterteil in die Beine ausstrahlen, zwingen noch die fittesten Jogger aufs Sofa. Achim Achilles und sein Team fühlen mit - und orten das Problem weiter oben.
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hallo Achim,
wie kann ich (38, 1,93 Meter, 100 Kilogramm) das ganze Jahr sinnvoll laufen, ohne einen Trainingsplan, d.h. ohne Ziel (Marathon, Halbmarathon, zehn Kilometer), in 2008? Ich laufe etwa 30 bis 40 Kilometer pro Woche zwischen neun und zehn Stundenkilometer. Wie kann ich mehr Abwechslung in mein Training bringen, wenn ich kein direktes Ziel vor Augen habe und dies eigentlich nur als Vorbereitung für einen Marathon im nächsten Jahr sehe? Soll ich auch mit langen Einheiten, schnellen Einheiten, Fahrtenspiel, Intervallen etc. spielen? Und wenn ja, wie am besten?
Laufende Grüße,
Matthias

Hallo Matthias,
bitte spiele mit all den Inhalten, wie Du sie schon aufzählst. Und zwar so, dass auf intensive Einheiten die längeren folgen. Zur Regeneration und Vorbereitung der erneuten intensiven Einheit schiebst Du den lockeren Trainingstag ein. So hast Du eine Dreierkombination, die Du fortführen kannst. Ohne richtiges Ziel ist aber auch das irgendwann mindestens sinnlos, wenn nicht sogar schwer durchziehbar. Also probiere es, und wenn Du mehr Beratung und Motivation brauchst (vielleicht geht ja auch 2008 der Halbmarathon schon), melde Dich bei mir (jkrunning) ,
Jens Karraß

Lieber Matthias,
Albert Einstein hat gesagt, dass nur ein Ziel dem Leben Sinn gibt. Das gilt sogar für Läufer. Also: Such' Dir ein Ziel, egal welches. Sonst weißt Du doch gar nicht, wie Du trainieren sollst. Aber vergiss den Marathon. Der wird überbewertet.
Total zielstrebig, Achim

Hallo Achilles-Team,
dies ist ein Hilferuf einer Laufsüchtigen! Ich (26) habe seit einem halben Jahr Schmerzen im Gesäßmuskel. Dieser Schmerz zieht sich nun bis in den hinteren Oberschenkelmuskel, mal stärker, mal schwächer. Hatte vor über einem Jahr schon mal an der gleichen Stelle Schmerzen, diese waren aber nach einiger Zeit ganz verschwunden. Heute war ich bei einem Orthopäden, Diagnose: Der Ischiasnerv ist entzündet. Das Bein ist ansonsten noch nicht eingeschränkt in seiner Beweglichkeit, und das Muskelgewebe ist auch noch nicht beschädigt. Mein Arzt sagte, ich solle mindestens drei Monate nicht mehr laufen! Das geht gar nicht. Ich liebe es zu laufen und war drei- bis viermal in der Woche 30 bis 40 Kilometer unterwegs. Zusätzlich schwimme ich einmal wöchentlich (früher leistungsmäßig) und nehme an Master-Wettkämpfen teil. Muss ich wirklich ganz auf das Laufen verzichten? Welche Sportarten kann ich alternativ betreiben und in welcher Intensität?
Danke,
Nadine

Liebe Nadine,
an Ihrer Stelle würde ich zuerst die Master-Wettkämpfen sofort einstellen, denn mit 26 Jahren werden Sie zweifellos massive Probleme bekommen. Die Ischias-Entzündung kann verschiedene Ursachen haben. Meistens entsteht sie als Folge einer Kompression des Nervs oder dessen Wurzeln. Die Ursachen dafür sind eine verspannte oder verkürzte Gesäßmuskulatur, ein Bandscheibenprolaps oder eine strukturelle Veränderung der Wirbelsäule. Ich verstehe Ihren Trainingsplan nicht ganz: Es ist mir nicht klar, ob sie drei- bis viermal pro Woche und insgesamt 30 bis 40 Kilometer trainieren oder ob sie bei jeder Sitzung mehr als 30 Kilometer am Stück abspulen. Wie auch immer: Sie werden in der Tat alle Belastungen einstellen müssen, die Beschwerden verursachen. Aber wenn Sie beim Schwimmen oder beim langsamen Traben keine Beschwerden haben, können Sie diese Aktivitäten fortsetzen. Ich weiß nicht, warum Ihr Arzt die Zeit für die Pause auf drei Monate festgelegt hat. Die Behandlung ihrer Beschwerden darf auf keinen Fall nur aus einer Trainingspause bestehen: Wenn man den Grund des Problems festgestellt hat, muss eine konsequente Behandlung erfolgen. Je nach Ursache kann sie aus einer Physiotherapie, der Anwendung von Entzündungshemmern lokal oder als Tabletten und, in einigen Fällen, aus einer chirurgischen Intervention bestehen.
Mit besten Grüßen,
Ihr Dr. Fernando Dimeo

Liebe Nadine,
vielen Dank für die E-Mail: Ischias- und Hinterteilprobleme hatten wir eigentlich noch nie. Man freut sich immer über neue Verletzungen, die man im Bedarfsfall auch selbst mal vorschützen kann.
Gute baldige Besserung wünscht
Achim

Krämpfe beim Schwimmen - Leser antworten

Hallo Leute,
Kay aus Hamburg schrieb Euch von seinen Krampfproblemen beim Schwimmtraining. Als alter Schwimmer (merkt man besonders daran, dass ich im Tempo einer rheumakranken Schnecke laufe) habe ich das natürlich auch ab und zu mal. Es gibt Abhilfe: Bei der Rollwende deutlich sanfter abstoßen, Wadendehnung vor dem Training und statt stupidem Bahnenspulen ab und zu mit Paddels an den Händen und/oder Styroporpolster an den Füßen trainieren. Mit Salzwasser hat das gar nichts zu tun, ich tippe bei Kay eher auf die Wende.
Unverkrampfte, wenn auch leider langsame Grüße,
Chris

Hallo Achim, hallo Kay,
bin selbst Schwimmerin und Läuferin. Hatte das Problem mit Krämpfen, besonders nachts, konnte die Uhr danach stellen, um 4.30 Uhr ging es los, und die Nacht war zu Ende. Bekam dann den Tipp, darauf zu achten, dass ich Salz zu mir nehme, insbesondere nach schweißtreibenden Laufeinheiten. Ein halber Teelöffel Salz in einem Liter Wasser oder in das Getränk, das man bei einem längeren Lauf dabei hat - bei mir sind die Krämpfe Geschichte.
Vielleicht hilft's, keep on running,
Dorothea

Liebe Dorothea,
wenn man Salzwasser trinkt, dann bekommt man zwar nachts keine Krämpfe mehr, aber muss sicher brechen. Frage: Was ist Dir lieber? Immerhin: Krämpfe dauern länger. Dafür bleibt das Kopfkissen trocken.
Würg,
Achim

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