Borussia Mönchengladbach freut sich auf FC Bayern München - DER SPIEGEL
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Bayern gegen Mönchengladbach Vorfreude auf den Zahnarzt

Mit breiter Brust zum "Lieblingsgegner" aus München: Zuletzt machte Mönchengladbach gegen die Bayern regelmäßig eine gute Figur, eine taktische Neuerung von Carlo Ancelotti könnte der Borussia jedoch wehtun.
André Hahn (l.), Lars Stindl
André Hahn (l.), Lars Stindl

André Hahn (l.), Lars Stindl

Foto: Lee Smith/ REUTERS
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Sebastian Prödl stand sieben Jahre in Diensten des SV Werder Bremen. Neun Mal ging es dabei in Pflichtspielen gegen den FC Bayern München, sieben Niederlagen musste er dabei hinnehmen. Seit 2012 lauteten die Endergebnisse aus Sicht des Verteidigers: 0:2, 1:6, 0:7, 2:5, 0:6, 0:4. Angesichts dieser Bilanz ließ Prödl im Anschluss an seine vorerst letzte Niederlage gegen den deutschen Rekordmeister schulterzuckend wissen: "München ist wie ein Zahnarztbesuch. Muss jeder mal hin. Kann ziemlich wehtun. Kann aber auch glimpflich ausgehen."

Für Borussia Mönchengladbach, das am Samstag in die Münchner Allianz Arena reist (18.30 Uhr, High-Liveticker SPIEGEL ONLINE), könnte der Termin jedoch alles andere als ungelegen kommen. Zwar hat Gladbach nach dem 2:0-Erfolg im Celtic Park gerade erst den zweiten Auswärtssieg der laufenden Spielzeit eingefahren. Den ersten hatte es zum Auftakt im DFB-Pokal beim Viertligisten aus Drochtersen/Assel gegeben - und mit 1:0 fiel auch dieser alles andere als souverän aus. Seither setzte es in der Fremde wettbewerbsübergreifend vier Niederlagen und ein Remis bei einem Torverhältnis von 3:14 Treffern.

Gladbach zuletzt der "Angstgegner" der Bayern

Dennoch geben sich die Borussen vor dem Auswärtsspiel in München selbstbewusst. "Wir wollen auf jeden Fall nach München fahren und gewinnen. Wir fahren gestärkt da hin, und wir haben gezeigt, dass wir es auswärts ja doch können. Jetzt wollen wir Bayern alles abverlangen", betont Stürmer André Hahn, der mit einer Vorlage und einem Treffer maßgeblich am erfolgreichen Auswärtstrip nach Glasgow beteiligt war.

Andererseits können die Fohlen-Anhänger nicht nur aus dem Erfolgserlebnis in der Champions League Optimismus ziehen. Auch ein Blick in die jüngere Vergangenheit lässt hoffen:

  • Mönchengladbach ist seit vier Spielen gegen die Bayern ungeschlagen (zwei Siege, zwei Remis).
  • Der FC Bayern blieb in der zurückliegenden Bundesligasaison nur gegen Mönchengladbach sieglos (ein Remis, eine Niederlage) und kassierte einzig gegen die Borussia mehr als zwei Gegentore (vier).

Beim vergangenen Auftritt in Fröttmaning sorgte Hahn für den Endstand (1:1), das Zuspiel kam seinerzeit von Stindl. Dieselbe Konstellation also, die Gladbachs wichtigen Auswärtsdreier in Schottland einleitete und auch sonst immer besser harmoniert, solange die verletzten Offensivspieler Raffael und Thorgan Hazard noch fehlen. Während Borussen-Trainer André Schubert aus den Duellen gegen die Guardiola-Bayern eine hervorragende Bilanz vorweisen kann, hat er unter dem neuen Übungsleiter Carlo Ancelotti einen leicht veränderten Spielstil ausgemacht. Die Münchner lassen unter dem Italiener "den Gegner durchaus schon mal kommen", um das eigene Konterspiel forcieren zu können, hat der 45-Jährige festgestellt.

Das Umschaltspiel als Schlüssel zum Erfolg

Für Gladbachs Abwehr könnte dieses neue Stilelement zu einer echten Bewährungsprobe werden. Besonders nach eigenen Ballverlusten ist es entscheidend für die Defensivakteure, schnell die richtigen Entscheidungen zu treffen: Lässt man sich zum Absichern lieber absinken oder aber attackiert man mutig im Gegenpressing den ballführenden Spieler?

Mats Hummels kennt diesen Zwiespalt nur allzu gut. Beim letztlich ungefährdeten 4:1-Sieg der Bayern gegen Eindhoven entstand der einzige Gegentreffer des Abends aus eben einer solchen Umschaltaktion. Der langjährige Dortmunder entschied sich gegen die Niederländer falsch - und ermöglichte so mit das Anschlusstor zum zwischenzeitlichen 2:1. Es fiel in eine Phase, in der sich die Bayern zu sicher fühlten. Nach zuvor drei sieglosen Spielen in Folge (von denen bei den letzten zwei Partien sogar eine Führung verspielt wurde) besannen sich die Münchner allerdings rasch wieder und fanden zu der nötigen Konzentration zurück.

Je besser der FC Bayern die über 90 Minuten gegen Gladbach hält, desto mehr dürfte die Vorfreude der Borussen auf die kommenden Gastspiele in München sinken. Und damit auch der Borussia der Zahn gezogen werden.