Ottmar Hitzfeld hatte 2004 fast ein Burnout - DER SPIEGEL
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Erfolgstrainer Hitzfeld "Ich stand kurz vor dem Burn-out"

Es gibt für einen Fußballcoach wenig Größeres, als Bundestrainer zu werden. Ottmar Hitzfeld hätte 2004 die Chance gehabt - doch er lehnte ab, weil er körperlich und geistig zu erschöpft war.
Fußballtrainer Hitzfeld: Körperlich und geistig erschöpft
Fußballtrainer Hitzfeld: Körperlich und geistig erschöpft

Fußballtrainer Hitzfeld: Körperlich und geistig erschöpft

Foto: Peter Klaunzer/ dpa
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Hamburg - Wenn es nach dem Deutschen Fußball-Bund (DFB) gegangen wäre, hätte Ottmar Hitzfeld im Jahr 2004 Rudi Völler als Bundestrainer abgelöst. Doch Hitzfeld wollte nicht, er fühlte sich körperlich nicht in der Lage - und lehnte das Angebot ab. "2004 stand ich nach sechs Jahren Bayern kurz vor dem Burn-out", sagte der 65-Jährige der "Welt am Sonntag".

Am deutlichsten habe der frühere Schweizer Nationalcoach dies daran gemerkt, dass er sich nach Siegen nicht mehr freuen konnte: "Ich dachte nur noch: Zum Glück hast du nicht verloren. Dabei ist die Freude, das Adrenalin zur Motivation im Leistungssport so wichtig. Da dachte ich: 'Mit dir stimmt was nicht.'" Infolge der Überbelastung habe er an Schlaflosigkeit und Rückenschmerzen gelitten.

Zu dem Zeitpunkt hatte der in Lörrach geborene Hitzfeld insgesamt zwölf Trainerjahre bei Borussia Dortmund und Bayern München hinter sich, er hatte mit beiden Mannschaften die Champions League und insgesamt siebenmal die Deutsche Meisterschaft gewonnen. "Ich wäre gar nicht fähig gewesen, diese Aufgabe zu übernehmen. Ich hatte keine Kraft. Und wenn die gesundheitlichen Voraussetzungen nicht stimmen, kann man keine Leistung bringen", sagte Hitzfeld. Stattdessen nahm er sich einige Jahre Auszeit und ließ sich 2007 erneut vom FC Bayern engagieren.

Bereits während der Weltmeisterschaft in diesem Sommer in Brasilien hatte Hitzfeld, für den das Turnier sein letzter großer Auftritt als Trainer war, SPIEGEL ONLINE gesagt: "Ich hatte sowohl in Dortmund als auch bei Bayern immer alles von mir gegeben. Hätte ich damals, als das Angebot kam, weitergemacht: Es wäre wohl nicht gut gegangen." Er habe im Laufe der Jahre gelernt, wie wichtig es sei, "auf seinen Körper und die leisesten Signale zu hören. Deshalb habe ich stattdessen eine Auszeit von drei Jahren genommen. Die brauchte ich, danach hatte ich wieder Energie, auch für einen zweiten Job in München".

Mit dem Ausscheiden der Schweizer Mannschaft im WM-Achtelfinale ist Hitzfeld nun im Ruhestand, ein Comeback hat er ausgeschlossen.

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Foto: Peter Klaunzer/ dpa
psk/sid