Bundesliga-Trainer 2010/2011: Vom Daum bis zum Schaaf
Trainerwechsel Labbadia übernimmt Kellerkind Stuttgart
Hamburg - Der Bundesliga-Vorletzte Stuttgart hat einen neuen Cheftrainer. Bruno Labbadia soll den VfB vor dem Abstieg bewahren. "Ich bin mir der Schwere der Aufgabe bewusst und weiß, dass wir eine Situation haben, in der es nicht mehr fünf vor zwölf ist, sondern schon ein Schritt darüber hinaus", sagte Labbadia.
Der 44-Jährige ist Nachfolger Jens Kellers, von dem sich der Club nach nur 13 Pflichtspielen getrennt hatte. Stuttgart konnte von den vergangenen neun Bundesligapartien lediglich zwei gewinnen und rutschte auf Platz 17 der Tabelle ab. Im Europapokal lief es besser, der VfB hat bereits die Zwischenrunde erreicht.
Labbadia war bis Ende April dieses Jahres Trainer des Hamburger SV und coachte in der Saison 2008/2009 Bayer Leverkusen. Er wird beim VfB einen Vertrag über zweieinhalb Jahre erhalten, der allerdings nur für die Bundesliga gilt.
"Schwierigste Situation der letzten Jahre"
VfB-Präsident Erwin Staudt sieht seinen Verein in "einer der schwierigsten Situationen der letzten Jahre". Man habe lange beraten und sei zu dem Ergebnis gekommen, dass ein personeller Neustart nötig sei, so Staudt. "Wir stehen voll hinter dir", versicherte Sportdirektor Fredi Bobic.
Labbadia wird im bedeutungslosen Europa-League-Spiel am Donnerstag gegen Odense BK erstmals auf der VfB-Bank sitzen. Danach folgen die beiden schweren Partien in der Liga und im DFB-Pokal gegen Bayern München.
Kellers Ablösung ist der dritte Trainerwechsel der laufenden Erstliga-Saison. Zuvor hatte der VfB Mitte Oktober Christian Gross durch Keller ersetzt. Ende Oktober war Zvonimir Soldo beim 1. FC Köln entlassen worden, seine Nachfolge hatte Frank Schaefer angetreten. Seit dem Bundesliga-Start 1963 wurden 324 Trainer entlassen.