Unfaire Aktion bei Golfturnier in San Diego US-Star Reed macht seine Gegner traurig und sauer
Patrick Reed: »Das ist hart zu sehen«
Foto: ETIENNE LAURENT / EPA-EFE / ShutterstockUS-Golfprofi Patrick Reed hat das PGA-Turnier im kalifornischen San Diego gewonnen. Das ist erst einmal keine außergewöhnliche Nachricht, Reed ist immerhin Weltranglisten-Zehnter und Major-Sieger. Das Besondere an Reeds Sieg war eine Aktion in der dritten Runde: Vor dem zehnten Loch schlug Reed seinen Ball ins Rough, das hohe Gras, und verbesserte anschließend eigenmächtig die Lage seines Balls. Aus Sicht einiger seiner Konkurrenten ein Skandal. Zumal Reed nicht ganz unbescholten ist, es gab in der Vergangenheit schon mehrmals Beschwerden über Betrügereien des 30-Jährigen.
Was war genau geschehen? Reeds Schlag flog rund 170 Meter und landete im Rough. Die Tage zuvor hatte es Regen- und Hagelstürme gegeben. Die Regel besagt, dass der Ball besser positioniert werden darf, wenn er nach der Landung im aufgeweichten Boden steckenbleibt. Reed beanspruchte diese Regel für sich, nahm den Ball und legte ihn sich besser zurecht. Das Problem: Fernsehaufnahmen zeigten, dass der Ball bei der Landung auf- und weitergesprungen war, also gar nicht mehr die Wucht hatte, um an seiner finalen Position in den Boden einzudringen.
The full exchange as Patrick Reed takes embedded ball relief on No. 10. pic.twitter.com/gSPH6PrAoW
— PGA Tour (@PGATour) January 30, 2021
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Reed hätte auf einen Regelhüter warten können, der dann entschieden hätte, ob der Ball besser positioniert werden darf. Stattdessen verteidigte sich Reed damit, dass er einen in der Nähe stehenden Ordner gefragt habe, ob der Ball nach der Landung noch gehüpft sei. Der Ordner habe entgegnet, er habe den Ball nicht springen sehen. Nur ist der Ordner nicht in der Position, um eine Aussage zu treffen, anhand derer eine Regel angewendet werden kann. Dennoch akzeptierten die Schiedsrichter Reeds Aktion und sprachen keine Strafe gegen ihn aus, die PGA Tour gab Reed recht.
Umso frustrierter waren Reeds Kollegen. »Das ist hart zu sehen«, sagte der Siebtplatzierte Lanto Griffin laut golf.com : »Es ist traurig und macht uns sauer.« Der Zweitplatzierte Xander Schauffele erklärte, wie er die Situation gelöst hätte. »Ich würde mich nicht in so eine Situation bringen«, sagte Schauffele: »Wenn mein Ball eingebettet ist, rufe ich jemanden und warte.«
Reed berief sich auf die Entscheidung der PGA, die ihm recht gab. »Wenn man alles tut, was man tun soll, ist das am Ende des Tages alles, was man kontrollieren kann«, sagte Reed.
Das Problem ist jedoch, dass Reeds unfaire Aktion kein Einzelfall ist. Der Texaner ist in der Vergangenheit schon öfter negativ aufgefallen. Bei der Hero World Challenge im Jahr 2019 hatte Reed seine Lage in einem Bunker mit seinem Schläger verbessert . Einmal sorgte Reed mit homophoben Äußerungen für Aufruhr. Einen Skandal löste ein Buch aus, in dem Reed des Betrugs beschuldigt wurde. Im College soll er bei Qualifikationsturnieren zweimal geschummelt, zudem Geld von Mitspielern geklaut haben. Reed bestritt die Vorwürfe, bestätigte lediglich Verstöße gegen die Alkoholgesetze, doch frühere Weggefährten stützten die Betrugsvorwürfe. Im Golfsport, der sich oft und gern auf seinen Ehrenkodex beruft, hat Reed deswegen einen schweren Stand, er gilt als wohl unbeliebtester Profi auf der Tour.
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Aller Wahrscheinlichkeit nach hätte Reed auch ohne seine unfaire Aktion gewonnen. Der 30-Jährige brauchte insgesamt 274 Schläge. Reed siegte vor seinen Landsleuten Tony Finau, Ryan Palmer, Xander Schauffele sowie Henrik Norlander aus Schweden und dem Norweger Viktor Hovland, die alle 279 Schläge benötigten. Für seinen neunten Erfolg auf der US-Tour kassierte Reed ein Preisgeld von 1,35 Millionen Dollar.