Abschied von T-Mobile: Zabel sagt Servus - DER SPIEGEL
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Abschied von T-Mobile Zabel sagt Servus

Erik Zabel verlässt nach 13 Jahren im Magenta-Trikot das T-Mobile Team. Das erklärte der 35-Jährige aus Unna am Sonntag nach den Hamburger Cyclassics. Sein neues Team gab er nicht bekannt, wohl aber die sportliche Perspektive, die ihm dort geboten wird.
Von Steffen Gerth
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Wenn es nach T-Mobile gegangen wäre, dann hätte diese Pressekonferenz bereits am Samstag stattgefunden. Erik Zabel bestand aber auf Sonntag, unmittelbar nach den HEW Cyclassics in Hamburg. Warum auch immer.

Dass Zabel dann seinen Abschied von T-Mobile bekannt gab, war im Prinzip keine Überraschung mehr. Einige seiner Äußerungen während der Tour de France hatten diesen Schluss nahe gelegt. Wohin er geht ließ er offen - das italienische Team Domina Vacanze (für das der Deutsche Jörg Ludewig fährt) gilt als erster Anwärter für die neue Arbeitsstelle Zabels. Die Equipe konnte mit dem Italiener Alessandro Petacchi schon einen der erfolgreichsten Sprinter der vergangenen Jahre für die kommende Saison verpflichten. Allerdings wird Zabel auch mit dem Schweizer Phonak-Team in Verbindung gebracht.

Wo Deutschlands bester Sprinter demnächst fahren wird, ist also noch unklar, klar ist immerhin, dass er in seinem neuen Team einen Dreijahresvertrag zeichnen wird. Und: Dieser Kontrakt beinhaltet eine Startgarantie bei der Tour de France. Diese Zusage ist Zabel offenbar sehr wichtig. Denn das Geld sei nicht der ausschlaggebende Punkt gewesen, T-Mobile nach 13 Jahren zu verlassen. Den Mann aus Unna hat es wohl tief getroffen, dass die Mannschaftsleitung auf sein Mitwirken bei der diesjährigen Tour verzichtet hatte, um "das Projekt Gelb" (Zabel) zu verfolgen.

Österreich-Rundfahrt als Degradierung

Für Zabel, der bei der Tour sechsmal das Grüne Trikot des besten Sprinters gewonnen hatte, war diese Entscheidung eine Degradierung. Denn beim Protour-Rennen in Hamburg genoss er wieder die große Radsportatmosphäre, "und so etwas kickt mich mehr, als die Österreich-Rundfahrt". In Österreich musste Zabel mit einer B-Mannschaft von T-Mobile starten, während das A-Team die Tour fuhr.

Offen bleibt, welche Kollegen Zabel in welches Team auch immer begleiten. Dass es Rolf Aldag und Jan Schaffrath sein können, "will ich weder bestätigen noch dementieren". Sicher scheint allerdings, dass T-Mobile keinen adäquaten Ersatz für Zabel suchen wird. Teamchef Olaf Ludwig sprach zwar davon, dass er derzeit mit vielen Fahrern rede - ein Sprinter sei aber nicht dabei.

Somit wird immer deutlicher, welche Strategie T-Mobile im nächsten Jahr verfolgen wird: Es geht nur noch um Siege bei Rundfahrten, vor allem wohl bei der Tour de France, wo die Mannschaft ausschließlich für Kapitän Jan Ullrich arbeiten soll.

An diesem Sonntagabend war dem 35 Jahre alten Zabel anzumerken, dass ihm der Weggang nicht leicht fallen wird. Er, aber auch Ludwig wirkten zuweilen beklommen, trotzdem verstand es Zabel, ab und an Heiterkeit aufflackern zu lassen. Ihre Freundschaft werde unter dem Wechsel nicht leiden, betonten Ludwig und Zabel mehrfach.

Ullrich sprach unmittelbar nach dem Rennen davon, dass er traurig sein werde, sollte Zabel gehen. Das wird auch dem Sprinter, der aus Berlin Marzahn stammt, nicht anders gehen. "Die 13 Jahre, die ich bei T-Mobile oder Telekom verbracht habe, sind einhundert Prozent meiner Zeit als Radprofi." Viele persönliche Beziehungen hätte er in dieser Mannschaft aufgebaut, "aber nun bekomme ich eine neue sportliche Perspektive". Und weil T-Mobile ihm diese Perspektive nicht mehr geben will, verliert die Mannschaft einen der besten Radsportler, den es in Deutschland gibt.

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