Achilles' Ferse Kein Bock auf den Hammer-Typ
Hallo Achilles-Team,
ich habe mal wieder ganz frisch Lippen-Herpes. Wie sieht es da eigentlich mit dem Laufen aus? Ich habe sonst keine Beschwerden, mir geht es gut.
Grüße, Petra
Liebe Petra,
bei einem Lippen-Herpes kann man in der Regel weiter trainieren, wenn die Beschwerden nicht allzu sehr ausgeprägt sind. Aber früher, als ich täglich bis zweimal am Tag gelaufen bin, hielten die Beschwerden bei einem Herpes (Bläschen und Schwellung) fünf bis sechs Tage an. Wenn ich nicht trainiere, ist die Wunde nach maximal zwei Tagen völlig verheilt.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Liebe Petra,
bei Herpes-Jüngern gibt es sehr oft einen klaren Zusammenhang zwischen Stress im Beruf, zu viel laufen und zu wenig Schlaf oder Regeneration. Gerade hartes Training fährt das Immunsystem oft spürbar nach unten. Herpes kann durchaus ein Hinweis auf Überbelastung sein. Insofern dieses Alarmsignal nicht ignorieren und einfach mal darauf achten, wann die Lippe Blasen schlägt.
Ebenfalls herpesgefährdet, Achim
Hallo Achim,
ich habe eine Anmerkung zum Beitrag von Volker, der Probleme am
Iliosakralgelenk (Kreuzdarmbeingelenk) hat vielleicht könnt Ihr ihm das zukommen lassen. Ich hatte haargenau dieselben Probleme. Das war vor circa zwei Jahren. Bei mir gingen die Schmerzen mit einer extremen Schonhaltung des Oberkörpers einher. Nach einer halbjährigen Laufpause habe ich wieder mit dem Laufen begonnen, aber vieles anders gemacht. Erstens: Ich habe neue, ordentlich auf dem Laufband getestete Dämpfungsschuhe angeschafft. Zweitens: Ich mache seitdem täglich Gymnastik mit einer Auswahl an Übungen, die ich in der Krankengymnastik gelernt habe, vor allem zur Lockerung und Dehnung der Hüftmuskulatur. Drittens: Ich mache mehrmals wöchentlich Übungen zur Stärkung der Rücken- und Bauchmuskeln. Und siehe da, die Schmerzen sind weg, ich kann nun so oft und so lange laufen, wie ich will.
Es grüßt, Michael
Liebes Achilles-Team,
ich höre von Leuten, die ihren ersten Marathon gelaufen sind, aber auch von erfahreneren Läufern, dass es nach Kilometer 30 richtig wehtut, der sogenannte "Mann mit dem Hammer" kommt. Ich bin ein routinierter Radrennfahrer mit Teilnahme an mehreren Hobbyrennen über verschiedene Distanzen und kenne dieses Phänomen nicht. Meine Frage: Hat das etwas mit der unterschiedlichen Belastung zu tun? Trifft es wirklich jeden Marathonläufer? Oder gibt es auch welche, die dieses Phänomen nicht kennen?
Vielen Dank, Jan
Lieber Jan,
MarathonläuferInnen verstehen unter "Mann mit dem Hammer" den sehr unangenehmen Zustand, der bei der Entleerung der Glykogenvorräte im Körper entsteht. Glykogen ist die Form, in der Traubenzucker in der Muskulatur und in der Leber gespeichert wird. Je besser trainiert man sich an das Rennen wagt, umso weniger wahrscheinlich ist diese unheimliche Begegnung der dritten Art. Es gibt dazu verschiedene Möglichkeiten, um die Bekanntschaft mit dem Hammer-Typ zu vermeiden: Bei einer niedrigeren Belastung halten die Energievorräte viel länger, so dass man den Punkt der Erschöpfung hinausschieben kann, indem man langsamer läuft. Eine andere Lösung ist, unterwegs regelmäßig flüssige Kohlenhydrate (auf deutsch: Zuckerlösung) zu sich zu nehmen.
Mit besten Grüßen, Ihr Dr. Fernando Dimeo
Lieber Jan,
die
von mir betreuten Läufer kennen den Mann auch nicht.
Grüße, Jens Karraß
Lieber Jan,
beim Radrennen gibt es den Hungerast, das ist ähnlich gemein und führt bisweilen zu Ausfällen. Mein alter Sportskamerad Klaus H. torkelte einst mit dem Rennrad wie ein Besoffener, konnte kaum noch einen Tritt tun und faselte wirres Zeug. Er wollte unbedingt beweisen, dass er auf einer Runde über 100 Kilometer nichts essen muss. Radler futtern aber meist unterwegs, was im Sattel auch besser funktioniert als beim Laufen, zumal die Belastung etwas niedriger ist, dafür meist länger.
Besten Gruß, Achim
Guten Tag Herr Achilles,
was halten sie vom Wunderläufer Robbie Clemens, der Anfang des Jahres zur Weltumrundung angetreten ist? Dessen
World Run ist
in Läuferkreisen ja heftig umstritten. Mich würde Ihre Sicht der Dinge interessieren.
Gruß, Sigi
Lieber Sigi,
wie alle Läufer spinnt auch unser Robbie und nimmt es mit der vollständigen Wahrheit nicht ganz so genau. Wenn Florian Silbereisen den World Run schon kommentiert, das ist die satirische Seite des Unternehmens ja auch offen geklärt. Aber Robbie hat keinem was getan, außer, dass er hier und da den Verkehr aufhält. Er tut, was er tun muss, schert sich nicht um Konventionen und ist insofern ein Musterbeispiel an Autonomie. Er scheint weder einer Sekte oder sonst einem Missionierungsverein anzugehören. Er sammelt Geld für den ein oder anderen guten Zweck. Er hat ordentliche Brooks-Treter an den Füßen und wird uns nach seiner Rückkehr alles bei Beckmann erzählen. Ob er nun 100 Kilometer am Tag macht, ob er wo, wie, welchen Rekord aufstellt oder nicht, das ist für den Lauf der Welt so egal wie der Guinnessbuch-Eintrag zum Lebendige-Goldfische-Schlucken. Geglaubt hätten wir es ihm doch sowieso nicht. Der heilige Hass, das Kleinkarierte, Neidische, Intolerante und Verächtliche der Web-Kommentatoren beweist nur, wie krank das Laufen den ein oder anderen im Kopf macht. Deswegen bedeuten Lauf-Foren auch meistens Zeitverschwendung.
Achilles fordert: Freiheit für Robbie Gump!