Australien-Tour Armstrong auf Platz 120
Hamburg - "Die Hitze war mörderisch. Bei Temperaturen über 40 Grad Celsius sind absolut keine Top-Leistungen möglich. Trotzdem bin ich gut zurecht gekommen", sagte Armstrong nach den 140 Kilometern von Norwood nach Mason Lakes.
Der 37-Jährige rollte bei der Massenankunft der ersten Etappe weit hinten im Feld über die Ziellinie und belegte Platz 120 von 133 Teilnehmern. Den Sprint gewann André Greipel vom Telekom-Nachfolget-Team Columbia. Er hatte bereits im vergangenen Jahr die Australien-Rundfahrt gewonnen. Im Gesamtklassement führt Greipel nun nach Zeitgutschriften mit fünf Sekunden Vorsprung vor Baden Cooke aus Australien.
Am Samstag hatte der siebenfache Tour-de-France-Gewinner Armstrong nach dreieinhalb Jahren Rennpause bei einem Kriterium in Adelaide sein Comeback gestartet. Der Auftakt der sechstägigen Tour Down Under war aber die erste echte Härteprüfung für den umstrittenen Rückkehrer: Die trockene Hitze mit Höchsttemperaturen um 42 Grad und zwei anspruchsvolle Steigungen, an denen die Zuschauer dicht gedrängt standen, stellten die Fahrer vor Probleme.
"Vorher haben sie mir gesagt, es wird eine leichte Etappe. Aber es war das Gegenteil davon", sagte Armstrong im Ziel: "Ich habe hier keine großen sportlichen Ziele, außer, dass ich durchkomme und mich wieder an den Rennrhythmus gewöhne." Die einzige spektakuläre Etappe des Rennens steht am kommenden Samstag an, wenn der anspruchsvolle Willunga Hill zweimal überquert werden muss. Dort hatte Armstrong in der Saisonvorbereitung für Aufsehen gesorgt, als er die prominenten Kollegen seines Astana-Teams wie Alberto Contador und Andreas Klöden beim Anstieg spektakulär abhängte.
Für die aufregendste Szene der ersten Etappe am Dienstag sorgte der australische Top-Sprinter Robbie McEwen. Er rettete sich mit einer artistischen Einlage noch auf den vierten Platz, nachdem ihn ein fotografierender Zuschauer stark behindert und fast vom Rad geholt hatte. "Der hatte die geniale Idee ein Action-Foto zu schießen. Ich wäre fast gestürzt und habe jetzt am Unterarm eine Wunde in Form eines Kamera-Objektivs", kommentierte der zwölffache Tour-de-France-Etappengewinner McEwen, der für das neue russische Katjuscha-Team fährt.