Boxen: Sturm verpflichtet Klitschko-Trainer Sdunek - DER SPIEGEL
Zum Inhalt springen

Boxen Sturm verpflichtet Klitschko-Trainer Sdunek

Box-Weltmeister Felix Sturm treibt seine Eigenständigkeit weiter voran: Nach der Trennung vom Universum-Boxstall hat er nun Fritz Sdunek als neuen Trainer verpflichtet. Der Coach von Vitali Klitschko soll den Mittelgewichtler auf dessen WM-Kampf Anfang September vorbereiten.
Boxer Sturm (l.), mit Trainer Sdunek: "Der wichtigste Kampf meines Lebens"
Boxer Sturm (l.), mit Trainer Sdunek: "Der wichtigste Kampf meines Lebens"

Boxer Sturm (l.), mit Trainer Sdunek: "Der wichtigste Kampf meines Lebens"

Foto: Roberto Pfeil/ APN
Dieser Beitrag stammt aus dem SPIEGEL-Archiv. Warum ist das wichtig?

Hamburg - Boxprofi Felix Sturm hat Trainer Fritz Sdunek verpflichtet. Der 63-Jährige, der auch Schwergewichtschampion Vitali Klitschko betreut, wird Sturm ab sofort auf dessen nächsten WM-Kampf vorbereiten. Am 4. September will der Weltmeister im Mittelgewicht in Köln gegen den Mexikaner Marco Antonio Rubio boxen. "Das wird der wichtigste Kampf meines Lebens, weil ich erstmals in Eigenregie antrete", sagte Sturm am Donnerstag. "Ich hatte eine 14-monatige Pause. Jeder fragt sich, ob ich es noch drauf habe. Daran werde ich gemessen."

Nach seiner Trennung von der Universum-Boxpromotion ist es der erste Kampf für den 31-jährigen WBA-Champion, der sich fortan selbst vermarktet. Sdunek, der unter anderem auch Dariusz Michalczewski betreute, hatte sich ebenfalls von Universum getrennt und trat jüngst aus gesundheitlichen Gründen kürzer. "Zu Hause war es mir zu langweilig. Ich kenne Sturm schon seit 1990, mit unserem tollen Team werden wir ihn topfit in den Ring schicken", sagte Sdunek.

Sturm hatte 2009 bei Universum gekündigt, Promoter Klaus-Peter Kohl seinerseits auf die Erfüllung des bis 2012 laufenden Kontrakts gepocht. Die Angelegenheit endete in einem Vergleich. Die Höhe der Abfindung für Kohl soll zwischen 1,5 Millionen Euro und den von Sturm zuletzt gebotenen 800.000 Euro liegen. "Wir haben den Vergleich gewählt, um Rechtssicherheit zu haben", sagte Sturm.

In Sturm hatte Universum eines seiner letzten großen Zugpferde verloren. Der Boxstall, der früher die Klitschko-Brüder, Michalczewski und Regina Halmich unter Vertrag hatte, steht kurz vor dem Aus. Ein Kampfabend vergangenen Samstag in Schwerin endete enttäuschend. Hauptkämpfer Jürgen Brähmer hatte wegen einer Rückenverletzung einen Tag vorher absagen müssen, Hoffnungsträger Alexander Alexejew wurde bereits in Runde zwei von seinem Gegner schwer ausgeknockt. Der Kampf von Weltmeisterin Susi Kentikian musste in der dritten Runde wegen einer stark blutenden Wunde am Kopf der Boxerin abgebrochen werden.

Sturms Gegner hat noch nicht unterschrieben

"Es war ein verkorkster Abend, ich bitte die Zuschauer um Entschuldigung", hatte Universums Geschäftsführer Dietmar Poszwa anschließend gesagt und eingeräumt: "Ich weiß nicht, wie es weitergeht." Am 31. Juli veranstaltet Universum in Hamburg einen weiteren Kampfabend. Mit dem letzten Gong wird dann auch der Vertrag mit dem ZDF enden, der dem Boxstall rund 20 Millionen Euro pro Jahr gebracht haben soll.

Die einzige Unsicherheit für Sturm ist bislang noch der Gegner. Der Mexikaner Rubio hat den Kampfvertrag noch nicht unterschrieben zurückgeschickt. Sturm, der von 36 Profi-Kämpfen 33 gewann, will bis Montag Klarheit schaffen und hat vorgesorgt. "Wir haben einen großen Trumpf in der Hinterhand. Wenn es mit Rubio nicht klappt, kommt es zu einer Titelvereinigung", sagte der Weltmeister, dem nach eigenen Angaben eine schriftliche Zusage vorliegt. Champions der Konkurrenzverbände sind Sebastian Sylvester aus Greifswald (IBF) und der Argentinier Sergio Gabriel Martinez (WBC). Der Titel der WBO ist vakant.

fsc/dpa/sid

Mehr lesen über

Verwandte Artikel