British Open: Kaymers Chance im Schatten des Blitzlichts - DER SPIEGEL
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Open Championship: McIlroy schreibt, Langer bangt

Foto: Richard Heathcote/ Getty Images

British Open Kaymers Chance im Schatten des Blitzlichts

Vor der British Open dreht sich alles um Rory McIlroy. Der junge Nordire dominierte die Golf-Konkurrenz zuletzt fast nach Belieben und ist der große Favorit. Profitieren könnte davon Martin Kaymer: Der Deutsche meidet den Medientrubel und kommt immer besser in Form.
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Drei Wochen hat Rory McIlroy pausiert, keine Golfturniere gespielt. Er machte Urlaub. Genoss seinen Erfolg. Viel besser als der 22-Jährige kann man sich kaum in eine Pause verabschieden: Mit einer überragenden Leistung hatte der Nordire Ende Juni die US Open gewonnen und die Vorschusslorbeeren als Wunderkind des Golfs mit seinem ersten Majorsieg bestätigt.

Nun steht in der englischen Grafschaft Kent das nächste Major-Turnier an: In Sandwich werden ab Donnerstag die 140. Open Championship, auch "British Open" genannt, ausgetragen (15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE). McIlroy wurde frenetisch begrüßt, er kam aus dem Autogramme schreiben gar nicht mehr heraus. Derzeit verläuft McIlroys Leben nach dem Motto: Aus dem Blitzlichtgewitter, ins Blitzlichtgewitter.

Doch der Trubel um seine Person stört ihn nicht: "Damit komme ich klar, das ist schließlich genau das, was ich immer wollte: ein erfolgreicher Golfer, einer der besten Spieler in der Welt sein und Major-Turniere gewinnen."

Und nun kann er auch den Angriff auf die Nummer eins der Weltrangliste starten. Dort liegt McIlroy bisher "nur" auf Position vier und würde auch im Falle eines Sieges noch nicht ganz nach oben kommen. Noch vor dem Spitzentrio, bestehend aus den beiden Engländern Luke Donald und Lee Westwood sowie dem Deutschen Martin Kaymer, ist der Nordire Favorit - das sehen auch die Wettanbieter so, die bei einem Sieg McIlroys am wenigsten auszahlen. Tiger Woods, mittlerweile nur noch Nummer 19 der Welt, musste wie schon bei der US Open verletzt absagen.

Kaymer mit guter Tendenz bei Open Championship

Kaymer, seit Anfang des Jahres durch Umstellung seines Schwungs gebremst, kam zuletzt wieder besser in Form und belegte bei der French Open in Paris Platz vier. "Ich hätte dort schon gewinnen müssen, habe mir aber dann zu viele Fehler erlaubt", sagte der 26-Jährige, der seit seinem zwischenzeitlichen Aufstieg zur Nummer eins auch mit dem gestiegenen Medieninteresse zu kämpfen hatte. Gut für ihn, dass sich die Presse auf McIlroy konzentrieren wird. Bei der Open Championship hat er sich einiges vorgenommen: "Dieses Turnier will ich unbedingt eines Tages gewinnen, es ist mein Lieblingsturnier", so Kaymer, der bei seinen bisherigen drei Teilnahmen an dem Turnier die Plätze 80, 34 und 7 belegt hatte. Die Tendenz stimmt also. Um diesen Trend fortzusetzen, hat Martin Kaymer in der vergangenen Woche auf die Scottish Open verzichtet, die er 2009 gewonnen hatte. Stattdessen feilte er mit seinem Trainer Günter Kessler auf der Driving Range an seinem Schwung.

Gerade auf Konstanz bei den Abschlägen wird es diesmal ankommen. Bei den "British Open", wie das Turnier auch genannt wird, haben die Profis an der rauen englischen Küste oft mit böigem Wind zu kämpfen. Die Wetterprognosen für die vier Runden ab Donnerstag auf dem Par-70-Platz im Royal St. George's Golf Club machen auch wenig Hoffnung auf ein ungestörtes Spiel. Sonne, Regen, Wind lauten die Vorhersagen, bevor Kaymer am Donnerstagnachmittag um 15.21 Uhr mit dem südafrikanischen Titelverteidiger Louis Oosthuizen und dem Weltranglistensechsten Phil Mickelson aus den USA auf die ersten 18 Löcher gehen wird.

Zweiter Deutscher neben Kaymer ist Bernhard Langer. Ob der 53-Jährige am Donnerstag um 14.59 Uhr deutscher Zeit tatsächlich startet, will der zweimalige Masters-Champion erst kurzfristig entscheiden, wenn er sich sicher ist, ob sein operierter Daumen hält. Royal St. George liegt ihm immerhin: 1981 wurde Langer auf dem Links-Kurs Zweiter, 1985 und 1993 jeweils Dritter.

Im Vorjahr beendete McIlroy das Turnier auf dem geteilten dritten Rang. Nach dem ersten Tag, damals auf dem Platz von St. Andrews, hatte er sogar noch mit 63 Schlägen (neun unter Par) das Feld angeführt, fiel dann aber mit einer 80er-Runde am zweiten Tag zurück.

Solch einen Ausrutscher will McIlroy dieses Mal unbedingt vermeiden. Zum anspruchsvollen Platz kommt nun auch die große Erwartungshaltung und der Publikumsansturm auf dem Platz hinzu. "Ich mag es gerne, wenn viele Menschen zuschauen. Wenn die Atmosphäre ein bisschen aufgeheizt ist - dann fühle ich mich am wohlsten", so McIlroy. Und wenn alles auf den Nordiren blickt an diesem Wochenende, könnte das die Chance für Martin Kaymer bedeuten.

Mit Material von sid und dapd