Deutschland bei der Handball-EM: Hauptrunde oder Heimflug - DER SPIEGEL
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Deutschland bei der Handball-EM Hauptrunde oder Heimflug

Nach dem Sieg gegen Mazedonien steht die deutsche Handball-Nationalmannschaft vor einem Endspiel. In der abschließenden EM-Gruppenpartie gegen Schweden ist alles möglich: Vom Einzug in die Hauptrunde mit optimaler Ausgangslage bis hin zum Vorrundenaus.
Handball-Bundestrainer Heuberger: "Die Welt ist noch lange nicht in Ordnung"
Handball-Bundestrainer Heuberger: "Die Welt ist noch lange nicht in Ordnung"

Handball-Bundestrainer Heuberger: "Die Welt ist noch lange nicht in Ordnung"

Foto: dapd
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Hamburg - Es war die pure Erleichterung, die sich im deutschen Lager breitmachte. 24:23 (12:12) hatte die Auswahl des Deutschen Handballbundes (DHB) ihr zweites Gruppenspiel gegen Mazedonien gewonnen und damit die totale Blamage bei der EM in Serbien abgewendet. Der dramatische Sieg vor knapp 3500 fanatisch feiernden mazedonischen Anhängern in Nis "war ein großer Schritt in die richtige Richtung", sagte Bundestrainer Martin Heuberger, ergänzte jedoch: "Die Welt ist noch lange nicht wieder in Ordnung."

Heuberger weiß, dass trotz des Zittersieges gegen Mazedonien vor der Partie gegen den WM-Vierten Schweden am Donnerstag (18.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) gerechnet werden muss. Vom Erreichen der Hauptrunde mit optimaler Punktzahl bis zum vorzeitigen EM- und Olympia-Aus ist alles möglich.

Obwohl die DHB-Auswahl bei der EM bislang kaum überzeugte, können die deutschen Handballer noch aus eigener Kraft die Hauptrunde erreichen. Sie benötigen gegen Schweden mindestens einen Punkt, um sicher weiterzukommen. Bei einem Sieg und einer gleichzeitigen Niederlage Tschechiens gegen Mazedonien wäre die deutsche Mannschaft sogar Gruppensieger und würde 4:0 Punkte in die Hauptrunde mitnehmen.

Hens meldet Ansprüche an

Auch mit einer Niederlage gegen die Skandinavier hat das deutsche Team noch eine Chance auf die zweite Turnierphase. Dafür muss dann aber im letzten Spiel der Vorrundengruppe B Tschechien gegen Mazedonien mindestens einen Punkt holen. Sollte die deutsche Mannschaft verlieren und Mazedonien gewinnen, wäre das Team von Bundestrainer Heuberger ausgeschieden. Damit wäre dann gleichzeitig auch der Traum vom Qualifikationsturnier für die Olympischen Spiele in London geplatzt.

Kapitän Pascal Hens hofft diesen Alptraum mit verhindern zu können. Nachdem er bei der Partie gegen Mazedonien 60 Minuten auf der Bank gesessen hatte, brennt er auf einen Einsatz. "Ich habe mich nicht freiwillig auf die Bank gesetzt", sagte Hens: "Ich bin heiß und will spielen", meldet der Spieler des HSV Hamburg Ansprüche an. Wer gegen Schweden tatsächlich auflaufen wird, ließ Heuberger offen. "Alles ist denkbar", sagte der 47-Jährige, der gegen Mazedonien Lars Kaufmann anstelle seines Kapitäns im linken Rückraum vertraute.

Klar ist jedoch, dass gegen die schwedische Mannschaft eine weitere Verbesserung nötig sein wird, um gegen das Team um Weltklasse-Spieler Kim Andersson vom THW Kiel bestehen zu können. Der Rekord-Europameister ist zwar bereits für die Hauptrunde qualifiziert, möchte aber so viele Punkte wie möglich in die nächste Turnierphase mitnehmen. Dabei muss Deutschlands letzter Vorrundengegner möglicherweise auf Stammkeeper Per Sjöstrand verzichten. Der Torwart des FC Barcelona hatte am Mittwochabend wegen eines Magen-Darm-Infekts beim Abschlusstraining gefehlt. Dafür hat Schweden Matthias Andersson von der SG Flensburg-Handewitt nachnominiert.

Die Schweden spielten zum Auftakt unentschieden (26:26) gegen Mazedonien und gewannen ihr zweites Spiel gegen Tschechien (33:29). Die Bilanz gegen Deutschland spricht für die Skandinavier: In 97 Duellen konnten die Schweden bei elf Remis 47 Siege für sich verbuchen, das DHB-Team gewann 39 Mal.

Auch das bislang letzte Aufeinandertreffen beim Supercup im Herbst entschieden die Schweden 25:22 für sich. Das letzte Gruppenspiel bei der EM wäre ein optimaler Zeitpunkt für eine Revanche, findet auch Kapitän Hens: "Wir müssen irgendwie gewinnen - der Rest ist egal."

rei/dpa/sid/dapd

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