Handball-EM Fehlstart der Favoriten
Hamburg - Spanien kassierte gegen Ungarn eine überraschend deutliche 28:35 (12:14)-Pleite. Ohne Kreisläufer Rolando Urios und Torwart David Barrufet, die beide verletzt ausfielen, konnten die Spanier den ungarischen Sieg nie ernsthaft gefährden. Die meisten Tore warfen Ferenc Ilyes und Laszlo Nagy (je 7) für Ungarn sowie Ruben Garabaya (8) für Spanien. Ungarn, durch den Erfolg auf Platz zwei der Gruppe C, trifft am Samstag (18.15 Uhr, Liveticker SPIEGEL ONLINE) auf Spitzenreiter Deutschland. Das Team von Bundestrainer Heiner Brand hatte zuvor deutlich gegen Weißrussland gewonnen. Spanien rangiert auf Platz drei.
Einen Rückschlag musste auch Geheimfavorit Dänemark verkraften. Das Team von Trainer Ulrik Wilbek unterlag Gastgeber Norwegen 26:27 (10:14) - selbst zehn Tore des Bundesliga-Profis Lasse Boesen (TBV Lemgo) konnten die Niederlage nicht verhindern. Dänemark ist nun Schlusslicht der Gruppe B. In dieser Gruppe leistete sich auch Russland einen Patzer gegen Montenegro. Der Olympiadritte kam gegen den EM-Neuling nicht über ein 25:25 (15:16) hinaus.
In der Gruppe D siegte Titelverteidiger Frankreich gegen die Slowakei 32:31 (20:18). Vor 2000 Zuschauern in Trondheim durften sich die Franzosen bei ihrem Torhüter Thierry Omeyer bedanken. Der Keeper des Bundesliga-Clubs THW Kiel sicherte seinem Team in der Schlussphase den Erfolg. Das entscheidende Tor hatte Olivier Girault kurz vor Schluss erzielt. Zur Tabellenführung reichte es für die Franzosen dennoch nicht. An der Spitze rangiert Schweden, das sich gegen Island 24:19 (11:9) durchsetzte. Erfolgreichster Werfer war der Kieler Bundesliga-Profi Kim Andersson mit sieben Toren.
In der Gruppe A feierte Slowenien dank zwölf Treffern des Kielers Vid Kavticnik einen 34:32 (16:14)-Sieg gegen Tschechien. Auch Titelfavorit Kroatien gab sich keine Blöße. Der Olympiasieger bezwang Vizeweltmeister Polen im Spitzenspiel 32:27 (14:14). Überragender Akteur war Superstar Ivano Balic, der sieben Tore erzielte und seinem Team zur Tabellenführung verhalf. Bester Werfer auf dem Feld war aber der Pole Mariusz Jurasik. Der Spieler der Rhein-Neckar Löwen war elfmal erfolgreich.
Bei der Europameisterschaft kämpfen 16 Teams um den Titel. In den vier Gruppen qualifizieren sich jeweils die ersten drei Mannschaften für die Hauptrunde. Dort werden in einer weiteren Gruppenphase die Halbfinal-Teilnehmer ausgespielt.
hut/dpa/sid